BauernprĂ€sident: Landwirte hatten ĂŒber Jahre hinweg Durststrecken
05.01.2024 - 07:57:42"Der Unmut ist mehr als gerechtfertigt. Wir hatten ĂŒber viele Jahre hinweg starke Durststrecken beim Einkommen", sagte Rukwied dem "Tagesspiegel" (Freitag) zur Lage auf den Höfen. Das vergangene Jahr habe fĂŒr viele Betriebe eine Verschnaufpause gebracht, fĂŒr das laufende Wirtschaftsjahr geht Rukwied aber wieder von sinkenden ErtrĂ€gen aus.
"Beispielsweise ist der Milchpreis pro Liter, der zwischenzeitlich in der Spitze bei 60 Cent lag, inzwischen wieder auf rund 40 Cent gefallen. Auch die Weizenpreise, die zuvor bis zu 400 Euro je Tonne erreichten, sind wieder auf etwa 220 Euro gesunken", sagte Rukwied. "Auch der Schweinepreis ist mittlerweile rĂŒcklĂ€ufig. Auf der anderen Seite steigen die Lohnkosten. Die hohen Energiekosten tun ein ĂŒbriges."
Bei der geplanten Aktionswoche ab Montag werde es in allen BundeslĂ€ndern Sternfahrten der Landwirte mit ihren Traktoren geben, zudem seien tĂ€glich Demonstrationen geplant. "Es wird viele GesprĂ€che mit Abgeordneten geben, und am 15. Januar kommt es dann zu einer groĂen Kundgebung in Berlin, zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen", sagte Rukwied. Bereits kurz vor Weihnachten kamen Tausende Bauern mit Traktoren zum Protest nach Berlin.
Der Bauernverband will erreichen, dass die Ampel-Regierung ihre EinsparplĂ€ne bei Agrarsubventionen vollstĂ€ndig zurĂŒcknimmt. Die am Donnerstag vereinbarte Anpassung der PlĂ€ne reicht den Landwirten nicht aus. Konkret sollen SteuerbegĂŒnstigungen beim Agrardiesel in mehreren Schritten abgeschafft werden.

