Fratzscher wirft EZB zu zögerliche Geldpolitik vor
12.09.2024 - 07:00:30Er verstehe die Sorgen der EZB, die um ihre GlaubwĂŒrdigkeit fĂŒr den Fall fĂŒrchte, dass die Inflation wieder aufflamme, rĂ€umte Fratzscher ein: "Doch das bringt sie dazu, zu vorsichtig und restriktiv zu agieren." Der DIW-PrĂ€sident wĂŒrde fĂŒr eine gröĂere Zinssenkung plĂ€dieren. "Es wĂ€re durchaus sinnvoll, jetzt mit 50 Basispunkten zu operieren. Klar, man will die MĂ€rkte nicht ĂŒberraschen, die einen geringeren Zinsschritt eingepreist haben. Aber man könnte sie zumindest darauf vorbereiten, dass man nun schneller gehen will." Das wĂ€re ein wichtiger Kurswechsel. Fratzscher will nicht von einer Schuld der Zentralbank an der aktuellen WachstumsschwĂ€che sprechen. "Aber die EZB trĂ€gt schon ein StĂŒck weit Verantwortung dafĂŒr. Gerade im letzten und in diesem Jahr war und ist die Geldpolitik der EZB eine der gröĂten Bremsen fĂŒr die wirtschaftliche Entwicklung." Die Notenbank sei mitverantwortlich, dass die Investitionen relativ schwach ausfallen, vor allem die am Bau. Auch den Konsum schwĂ€che sie mit ihrer Zinspolitik.


