Arbeitsmarkt

Demografie-Experte: Rente mit 70 liegt weit in der Zukunft

04.04.2026 - 01:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Der Renten-Ökonom Axel Börsch-Supan sieht keine Notwendigkeit fĂŒr die diskutierte Anhebung des Renteneintrittsalter auf 70 Jahre.Die Lebenserwartung steige nur sehr langsam, "grob gesagt mĂŒsste man etwa alle 14 Jahre ein Jahr lĂ€nger arbeiten", sagte er der "Welt am Sonntag".

Strand (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
"Eine `Rente mit 70` liegt damit weit in der Zukunft."

Der Chef des Munich Research Institute for the Economics of Aging (MEA) plĂ€diert stattdessen fĂŒr mehr FlexibilitĂ€t beim Renteneintritt - mit höheren AbschlĂ€gen bei frĂŒhem Ausstieg. Der geltende Abschlag von 3,6 Prozent sei zu niedrig; rechnerisch mĂŒsste er bei fĂŒnf Prozent liegen.

Als die beiden grĂ¶ĂŸten rentenpolitischen Fehlentscheidungen nennt Börsch-Supan die Haltelinie beim Rentenniveau und die abschlagsfreie Rente nach 45 Arbeitsjahren. Die Haltelinie allein werde Mehrkosten "in der GrĂ¶ĂŸenordnung von 200 Milliarden Euro" verursachen. Kurzfristig drohe ab spĂ€testens 2031 ein Beitragssprung um etwa zwei Prozentpunkte, sobald die Reserve der Rentenversicherung von rund 40 Milliarden Euro aufgebraucht sei.

Die Rente mit 63 hĂ€lt Börsch-Supan fĂŒr besonders schĂ€dlich: "Erstaunlicherweise nutzen sie vor allem gutverdienende und gesunde Menschen." WĂŒrde man sie abschaffen, könnten, ĂŒber zwei Jahre gerechnet, mehr als eine halbe Million zusĂ€tzliche ArbeitskrĂ€fte im System gehalten werden.

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