Zahl, Firmenpleiten

Zahl der Firmenpleiten steigt weiter

14.06.2024 - 08:45:32

Der steigende Trend bei den Firmenpleiten in Deutschland hÀlt an.

In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres haben 5209 Unternehmen Insolvenz angemeldet, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Das waren gut ein Viertel (26,5 Prozent) mehr als im Vorjahresquartal. Auch der Wert des ersten Quartals 2020 wurde ĂŒbertroffen: um 11,2 Prozent. Das war das Vierteljahr vor der von Sonderregelungen geprĂ€gten Corona-Krise mit vergleichsweise niedrigen Insolvenzzahlen.

Der Trend zeigt weiter nach oben: Im Mai 2024 wurden 25,9 Prozent mehr Regelinsolvenzen beantragt als ein Jahr zuvor. Seit Juni 2023 seien damit durchgĂ€ngig zweistellige Zuwachsraten im Vorjahresvergleich zu beobachten, ordneten die Wiesbadener Statistiker ein. Die Verfahren fließen erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik ein. Der tatsĂ€chliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liege in vielen FĂ€llen annĂ€hernd drei Monate davor.

Experten rechnen damit, dass im laufenden Jahr die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland auf etwa 20 000 FÀlle steigen wird. GeschwÀcht von den Corona-Jahren, hohen Energiepreisen und gestiegenen Zinsen geraten immer mehr Firmen in Deutschland in Schieflage. Zudem sind Ausnahmeregelungen ausgelaufen, mit denen der Staat versucht hatte, eine Pleitewelle wÀhrend der Pandemie abzuwenden.

FĂŒr 2023 hatte das Statistische Bundesamt 17 814 Firmenpleiten gezĂ€hlt. Das war trotz eines Anstiegs um gut ein FĂŒnftel ein vergleichsweise niedriger Wert im langjĂ€hrigen Vergleich: Im Jahr 2009 wĂ€hrend der Finanz- und Wirtschaftskrise waren fast 33 000 Unternehmen hierzulande in die ZahlungsunfĂ€higkeit gerutscht.

@ dpa.de