SPD, CSU-Aussagen

SPD wĂŒtend ĂŒber 'unertrĂ€gliche' CSU-Aussagen zu Richterwahl

21.07.2025 - 14:14:33

Der Streit in der Koalition um die geplatzte Verfassungsrichterwahl findet kein Ende.

Nach Äußerungen von Innenminister Alexander Dobrindt und Wissenschaftsministerin Dorothee BĂ€r (beide CSU) kommt massive Kritik aus der SPD-Fraktion. Damit konterkariert sie Aussagen von CDU-GeneralsekretĂ€r Carsten Linnemann, den Streit "in aller Ruhe" hinter den Kulissen zu lösen, wie er dem "Tagesspiegel" sagte.

Vorwurf 1: BeschÀmende Hetzkampagne

"Wie sich Dobrindt und BĂ€r zur Causa Brosius-Gersdorf geĂ€ußert haben, ist unertrĂ€glich. Die Forderungen an die Juristin, ihre Kandidatur ad acta zu legen, sind ein unverschĂ€mter Versuch, Konsequenzen aus der gescheiterten Richterwahl der Betroffenen zuzuschieben", sagte die bayerische SPD-Landesgruppenchefin Carolin Wagner.

Den Kardinalfehler im Bundestag hĂ€tten aber Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) und dessen Fraktion zu verantworten. Ruf und Karriere einer hervorragenden Wissenschaftlerin wĂŒrden durch eine Hetzkampagne beschĂ€digt und die zustĂ€ndige Ministerin lege der Betroffenen lediglich Selbstkritik nahe - "das ist beschĂ€mend".

BĂ€r hatte in der ARD-Talkshow "Maischberger" die Kritik an der Richterin aus der Union verteidigt und "ein bisschen Resilienz" eingefordert. Von jemandem, der sich ins höchste deutsche Gericht wĂ€hlen lassen wolle, mĂŒsse man auch KritikfĂ€higkeit erwarten können.

Vorwurf 2: TĂ€ter-Opfer-Umkehr

Bayerns SPD-Landesgruppenchef Carsten TrĂ€ger warf Dobrindt zudem eine TĂ€ter-Opfer-Umkehr vor, wenn er "öffentlich darĂŒber sinniert", dass es nicht die Intention der Bewerberin fĂŒr das Verfassungsgericht sein könne, die Polarisierung der Gesellschaft weiterzubefördern. Fakt sei aber, dass sich nur die Mitglieder der Unionsfraktion von Falschaussagen und unhaltbaren Anschuldigungen hĂ€tten in die Irre fĂŒhren lassen. "Diesen Fehler hat allein die Union zu korrigieren und sonst niemand."

Am 11. Juli war die Wahl zweier neuer Richterinnen und eines Richters fĂŒr das Bundesverfassungsgericht kurzfristig von der Tagesordnung des Bundestags abgesetzt worden. Zwar hatte die Union die SPD-Kandidatin fĂŒr Karlsruhe, die Juraprofessorin Frauke Brosius-Gersdorf, im Richterwahlausschuss mit nominiert und die UnionsfraktionsfĂŒhrung hatte sich fĂŒr ihre Wahl ausgesprochen. In der Unionsfraktion gab es aber Widerstand, so dass die Fraktionsspitze die mit der SPD verabredete UnterstĂŒtzung letztlich nicht mehr garantieren konnte.

@ dpa.de