Bier, Wein

Alkoholwerbung: Suchtbeauftragter dringt auf engere Grenzen

19.09.2023 - 09:12:25

Der Suchtbeauftragte der Bundesregierung sieht bei Alkoholwerbung einen Wildwuchs und will hĂ€rtere BeschrĂ€nkungen. Auch beim Alkoholkauf im Supermarkt durch MinderjĂ€hrige pocht er auf Änderungen.

Der Drogen- und Suchtbeauftragte der Bundesregierung dringt auf umfangreichere EinschrÀnkungen bei der Alkoholwerbung und auf mehr Jugendschutz in Deutschland. «Um dem bestehenden Wildwuchs bei Alkohol und Tabakangeboten endlich den Riegel vorzuschieben, brauchen wir viel stÀrkere und ganz eindeutige Leitplanken etwa bei den WerbebeschrÀnkungen», sagte Burkhard Blienert der Deutschen Presse-Agentur. Der Umgang mit Alkohol sei in Deutschland zu lax.

Warnhinweise auf Etiketten, wie sie das EU-Mitglied Irland 2026 einfĂŒhren will, seien ein Schritt in die richtige Richtung. «Information ĂŒber Risiken und mögliche Gesundheitsgefahren sind sicherlich in Irland wie auch bei uns ein guter Baustein, um Menschen aufzuklĂ€ren, wie ungesund selbst kleine Alkoholmengen sind», sagte Blienert. Aber das reiche nicht. Warnhinweise zielten oft nur auf eine Gruppe ab, etwa Schwangere. Frankreichs Weg, bereits bei der Alkoholwerbung auf Risiken hinzuweisen, finde er ebenfalls gut.

Diskussion ĂŒber Altersgrenze beim Alkoholkauf

Werbung bestimme maßgeblich mit, ob und wie viele Menschen auf Alkohol aufmerksam wĂŒrden. Das betreffe auch Menschen, die schon ein erhebliches Suchtproblem hĂ€tten und sich dadurch noch weniger schĂŒtzen könnten. Alkoholwerbung mĂŒsse zuallererst dort unterbunden werden, wo sie vor allem Kinder und Jugendliche wahrnĂ€hmen: in sozialen Medien, im Internet, in den Hauptsendezeiten von Fernsehen und Radio bis 23.00 Uhr. Ihm gehe es außerdem um inhaltliche BeschrĂ€nkungen.

Um striktere Regulierungen in dieser Legislaturperiode durchzusetzen, sei er in GesprĂ€chen unter anderem mit Bundesfamilienministerin Lisa Paus und Bundesagrarsminister Robert Habeck, sagte Blienert. Ihm gehe es auch darum, dass die Altersgrenze beim Alkoholkauf von derzeit 16 Jahren angehoben werde. Die Regelung, dass Jugendliche ab 14 Jahre im Beisein ihrer Eltern Alkohol trinken dĂŒrfen, sollte aus Sicht des Suchtbeauftragten abgeschafft werden.

@ dpa.de