Post-Warnstreik: Zehn Prozent der Sendungen bleiben liegen
28.02.2025 - 12:50:41Ein Zehntel der Briefe und Pakete, die von Post-BeschÀftigten am Freitag zugestellt werden sollten, sind wegen eines Warnstreiks vorerst liegen geblieben. Die AusstÀnde in allen Regionen in Deutschland betrafen die Brief-, Paket- und Verbundzustellung, wie das Bonner Unternehmen mitteilte. «Daher kann es heute und morgen zu Verzögerungen bei der Abholung und Auslieferung von Brief- und Paketsendungen kommen.»
Bei der Verbundzustellung trĂ€gt ein Post-BeschĂ€ftigter sowohl Briefe als auch Pakete aus. Insgesamt 7700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien dem Streikaufruf von Verdi am Freitag gefolgt. Die vorerst liegengebliebenen Sendungen wĂŒrden in den kommenden Tagen zugestellt.Â
In den vergangenen Wochen hat Verdi immer wieder zu Warnstreiks aufgerufen, um den Druck auf die Arbeitgeberseite in den Tarifverhandlungen zu erhöhen. Am stĂ€rksten bekamen die Verbraucherinnen und Verbraucher den Arbeitskampf am vergangenen Mittwoch zu spĂŒren, als ein Viertel der Paketmenge nicht wie geplant weiterbefördert werden konnte. Die Warnstreiks sollen auch am Samstag weitergehen. Am Montag steht die vierte Verhandlungsrunde in den TarifgesprĂ€chen an.Â
7 Prozent oder 1,8 Prozent mehr Lohn?
Die Kluft zwischen den Positionen ist noch groĂ: Verdi fordert fĂŒr die rund 170.000 BrieftrĂ€ger, Postboten und anderen Logistikmitarbeiter sieben Prozent höhere Entgelte in einem zwölfmonatigen Tarifvertrag. Die Post, die zu DHL gehört, bietet in einem 27 Monate laufenden Vertrag ein Plus um zunĂ€chst 1,8 Prozent und spĂ€ter um weitere 2,0 Prozent. Das sei völlig unzureichend, sagt Verdi-Vize Andrea Kocsis. «Die Kolleginnen und Kollegen zeigen mit ihren Warnstreiks in den Betrieben, dass sie deutlich mehr von ihrem Arbeitgeber erwarten.» Die Gewerkschafterin fordert ein Angebot, das einigungsfĂ€hig ist.Â
AuĂerdem macht sich Verdi fĂŒr drei Extra-Urlaubstage stark, um der gestiegenen Arbeitsbelastung Rechnung zu tragen. Wer Verdi-Mitglied ist, soll sogar vier bekommen. Die Post wiederum bietet nur einen Extra-Urlaubstag fĂŒr die BeschĂ€ftigten an, die weniger als 30 Urlaubstage im Jahr haben â also circa zwei Drittel der Belegschaft.Â
Die Post betont, der Tarifvertrag mĂŒsse wirtschaftlich vertretbar sein. Der Spielraum fĂŒr Lohnerhöhungen sei angesichts hoher Investitionskosten und einer im Digitalzeitalter sinkenden Briefmenge gering.


