Trend zu mehr Firmenpleiten in Deutschland hÀlt zu Jahresbeginn an
16.02.2024 - 08:59:40Nach vorlĂ€ufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Freitag erhöhte sich die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen im Januar 2024 um 26,2 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahresmonat. Im Dezember 2023 lag der Anstieg bei 12,3 Prozent. Seit Juni 2023 wurden den Angaben zufolge damit durchgĂ€ngig zweistellige Zuwachsraten im Vorjahresvergleich beobachtet. Allerdings lagen die Zahlen immer noch leicht unter dem Niveau des Vor-Corona-Zeitraums Juni 2019 bis Januar 2020, wie die Statistiker erlĂ€uterten.
Die Verfahren flieĂen erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik ein. Der tatsĂ€chliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liege in vielen FĂ€llen annĂ€hernd drei Monate davor, hieĂ es.
EndgĂŒltige Zahlen liegen dem Statistischen Bundesamt inzwischen fĂŒr November vor. Demnach meldeten die Amtsgerichte 1513 beantragte Unternehmensinsolvenzen - 15,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Forderungen der GlĂ€ubiger aus November bezifferten die Gerichte auf rund 1,5 Milliarden Euro nach knapp 1,5 Milliarden Euro im Vorjahresmonat.
Von Januar bis November 2023 stieg die Zahl der Firmenpleiten gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum um 23,2 Prozent auf 16 264 FĂ€lle. Verglichen mit dem Zeitraum des Vor-Corona-Jahres 2019 war die Zahl um 6,5 Prozent niedriger.
Staatliche Hilfen sowie teilweise ausgesetzte Insolvenzantragspflichten hatten die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland auf niedrigem Niveau gehalten - trotz Corona- und Energiekrise. Daher hatten Experten eine Zunahme erwartet. Sie erwarteten zuletzt aber keine Pleitewelle. Der Verband der Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands etwa betrachtet den Anstieg vor allem als Normalisierung des Insolvenzgeschehens nach dem Auslaufen der staatlichen Hilfen.

