Selenskyj, Sanktionen

Selenskyj hofft auf weitere Sanktionen gegen Moskau

16.06.2025 - 16:51:33

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj erwartet sich vom G7-Gipfel in Kanada noch mehr Druck auf Russland, um die Aussichten zumindest fĂŒr eine Waffenruhe zu verbessern.

Es seien weitere Sanktionen nötig, sagte Selenskyj bei einem Besuch in Österreich. Dies gelte insbesondere fĂŒr die Bereiche Energie und eingefrorene Vermögen.

Selenskyj legte zu politischen GesprĂ€chen mit der österreichischen Staats- und Regierungsspitze einen mehrstĂŒndigen Zwischenstopp in Wien ein. Danach wollte er weiter nach Kanada fliegen.

Der ukrainische PrĂ€sident zeigte sich auch zuversichtlich, dass die USA weiter Waffen an Kiew liefern werden. "Wir reden mit Trump ĂŒber MilitĂ€rhilfe und Waffen, welche wir bereit sind zu kaufen", sagte er. Man mĂŒsse daran arbeiten, dass das BĂŒndnis zwischen den USA und Europa bestehen bleibe.

Selenskyj: NeutralitĂ€t kein Zukunftsmodell fĂŒr Ukraine

Selenskyj wies erneut jede NeutralitĂ€tsdebatte fĂŒr sein Land zurĂŒck. 2014, als Russland die Krim besetzt habe, sei gerade die BĂŒndnisfreiheit der Ukraine das Problem gewesen. "Wir waren quasi neutral", so Selenskyj. Die Ukraine habe damals nicht genug Entschlossenheit und militĂ€rische Kraft gehabt, um den russischen Vorstoß zurĂŒckzudrĂ€ngen. "Wir wollen, dass dieser Krieg beendet wird, aber nicht nach einem Ultimatum und nicht um den Preis der UnabhĂ€ngigkeit der Ukraine", sagte er.

Van der Bellen bekrĂ€ftigte die klare UnterstĂŒtzung Österreichs fĂŒr die Ukraine. "Die Menschen der Ukraine wollen keine russischen Untertanen sein", sagte er. Die humanitĂ€re, finanzielle und politische UnterstĂŒtzung Österreichs fĂŒr die Ukraine sei kein Verstoß gegen die NeutralitĂ€t der Alpenrepublik. Das Land sei militĂ€risch neutral, aber nicht politisch. So habe es von Beginn an alle EU-Sanktionen gegen Russland mitgetragen, sagte Van der Bellen.

Scharfe Kritik von rechter FPÖ

Die als russlandfreundlich geltende rechte FPÖ hat den Besuch kritisiert und sieht ihn als Verstoß gegen das NeutralitĂ€tsgebot. "Statt einseitig eine Kriegspartei zu hofieren, mĂŒsste sich Österreich gerade jetzt fĂŒr echte FriedensgesprĂ€che einsetzen - mit allen Seiten, auf neutralem Boden und ohne politische Vorbedingungen", forderte FPÖ-Chef Herbert Kickl.

@ dpa.de