Selenskyj befiehlt stĂ€rkere Luftabwehr - Die Nacht im Ăberblick
05.02.2024 - 06:00:05Hintergrund sind verstĂ€rkte Angriffe des russischen MilitĂ€rs mit Kampfdrohnen und Raketen an diesem Mittelabschnitt der Front, die sich im SĂŒdosten der Ukraine befindet. "Die Gefahr ist konstant hoch, und Russland sieht die Region als eines der Hauptziele fĂŒr seine terroristischen Angriffe", berichtete Selenskyj am Sonntagabend von seinem Besuch in der Region. Auch um wirtschaftliche AktivitĂ€ten zu schĂŒtzen, werde dort die Luftverteidigung massiv ausgeweitet. "Wir arbeiten daran, die FĂ€higkeiten zum Abschuss von Raketen und Drohnen auszubauen."
Bei seinem Abstecher in die Region hatte Selenskyj auch Saporischschja sowie die vorgelagerten Fronten besucht. Auch dort sowie in Krywyj Rih mĂŒssten Luftabwehr sowie die Mittel zur elektronischen KampffĂŒhrung verstĂ€rkt werden, forderte Selenskyj. Dies sei notwendig zum Schutz der kritischen Infrastruktur, also der Strom- und Wasserversorgung.
Russland hat in den vergangenen Wochen, wie schon im Winter davor, immer wieder Ziele der zivilen Infrastruktur in der Ukraine mit Drohnen und Raketen angegriffen. Diese Angriffe sollen vor allem die Zivilbevölkerung zermĂŒrben und die FĂŒhrung des Landes zusĂ€tzlich unter Druck setzen.
Kiew: Russische Leitstelle fĂŒr Kampfdrohnen zerstört
Die ukrainischen StreitkrĂ€fte zerstörten am Sonntag nach eigener Darstellung eine Leitstelle der russischen Armee fĂŒr Kampfdrohnen. Wie die ukrainische Armee auf Telegram mitteilte, sollen zudem mehrere gepanzerte Fahrzeuge sowie GeschĂŒtze bei KĂ€mpfen am linken Ufer des Dnipro in der Region Cherson im SĂŒden des Landes zerstört worden sein. Ukrainische Truppen hatten dort im Herbst mehrere BrĂŒckenköpfe gebildet. Eine Reihe russischer Angriffe gegen diese Stellungen sind zurĂŒckgeschlagen worden.
Ăber die Leitstelle werden die von Russland eingesetzten Kampfdrohnen auf ihrem Flug zu Zielen innerhalb der Ukraine elektronisch gesteuert. Die Angaben der ukrainischen StreitkrĂ€fte konnten nicht unabhĂ€ngig geprĂŒft werden.
London: 1000 Söldner in Belarus
Nach SchÀtzungen britischer Geheimdienste halten sich noch immer etwa 1000 KÀmpfer der russischen Privatarmee Wagner in Belarus auf. Sie trainierten dort belarussische Soldaten und SicherheitskrÀfte, teilte das britische Verteidigungsministerium mit.
Die Wagner-Soldaten waren ins Land gekommen, nachdem Söldnerchef Jewgeni Prigoschin mit einem Aufstand gegen die russische MilitĂ€rfĂŒhrung gescheitert war. UrsprĂŒnglich sollen sich 8000 KĂ€mpfer der Privatarmee in Belarus aufgehalten haben. Prigoschin starb kurz nach dem gescheiterten Aufstand bei einem mysteriösen Flugzeugabsturz im August vergangenen Jahres.
Kiew: Russlands Armee als Wahlkampfhelfer Putins
Die zuletzt verstĂ€rkten Angriffe russischer Truppen entlang der Fronten in der Ukraine werden sich nach Meinung ukrainischer MilitĂ€rs bis zu den PrĂ€sidentschaftswahlen in Russland fortziehen. "Die Kampfhandlungen werden genau bis zur Veröffentlichung der Wahlergebnisse andauern", spekulierte am Sonntag Iwan Timotschko, Vorsitzender des Heeres-Reservistenverbandes der Ukraine, ĂŒber mögliche PlĂ€ne von Kremlchef Wladimir Putin. "Denn fĂŒr Putin ist es gegenwĂ€rtig auĂerordentlich wichtig, die Aufmerksamkeit der Menschen von den Problemen im Inneren abzulenken."
Bis zu den Wahlen vom 15. bis 17. MĂ€rz werde Putin seine Truppen in der Ukraine immer wieder zu neuen Angriffen antreiben und weitere Eroberungen fordern. Die Fronten dienten daher fĂŒr Putin "nicht nur einem militĂ€rischen, sondern auch einem politischen Zweck", sagte Timotschko. Damit könne er im Wahlkampf zeigen, dass er die Lage kontrolliere und die russische Armee in der Lage sei, Angriffe zu fĂŒhren.
GegenwĂ€rtig seien nach Erkenntnissen Kiews bis zu 500 000 russische Soldaten im Einsatz in der Ukraine, und sie setzten immer wieder neue Angriffsschwerpunkte. Verluste wĂŒrden durch eine "stille Mobilmachung" ersetzt. Selbst Migranten wĂŒrden an die Fronten geschickt. Diese Angaben konnten nicht unabhĂ€ngig geprĂŒft werden.
Bundeswehr-General: Ukraine muss weiter rekrutieren
Nach EinschĂ€tzung des Bundeswehr-Generalmajors Christian Freuding muss die Ukraine weitere Soldaten rekrutieren, um bei der Abwehr des russischen Angriffs erfolgreich sein zu können. "Die Ukraine wird mit Sicherheit mehr Soldaten mobilisieren mĂŒssen - allein schon wegen der Verlustzahlen, soweit wir sie einsehen können", sagte der Leiter des Ukraine-Lagezentrums im Verteidigungsministerium dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Montag). Als weiteren Grund nannte Freuding die Notwendigkeit, Truppenteile zu regenerieren, die teilweise seit 24 Monaten an der Front seien. Ăber Art und Umfang der Mobilisierung werde gerade in der Ukraine diskutiert.
Das wird am Montag wichtig
Im Osten der Ukraine sind weiter schwere KĂ€mpfe rund um das Donbass-Gebiet zu erwarten.

