Selenskyj weist Appell des Papstes zurĂŒck
10.03.2024 - 22:22:20 | dpa.deDie Kirche sei bei den Menschen, sagte Selenskyj am Sonntag in seiner allabendlichen Videoansprache. "Und nicht zweieinhalbtausend Kilometer entfernt, irgendwo, um virtuell zu vermitteln zwischen jemandem, der leben will, und jemandem, der dich vernichten will."
"Als das russische Böse am 24. Februar diesen Krieg begann, standen alle Ukrainer auf, um sich zu verteidigen. Christen, Muslime, Juden - alle", sagte Selenskyj. Und er danke jedem ukrainischen Geistlichen, der in der Armee, in den VerteidigungsstreitkrĂ€ften ist. Sie stĂŒnden an der vordersten Front, sie schĂŒtzten das Leben und die Menschlichkeit, sie unterstĂŒtzten mit Gebeten, GesprĂ€chen und Taten. "Das ist es, was die Kirche ist - bei den Menschen."
Der Pontifex hatte mit einem missverstĂ€ndlichen Appell zu Friedensverhandlungen in Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine massiven Widerspruch ausgelöst. Die ĂuĂerungen des katholischen Kirchen-Oberhaupts wurden in der Ukraine und bei vielen ihrer UnterstĂŒtzer als einseitiger Appell allein an Kiew verstanden - von manchen gar als Aufruf zur Kapitulation. Der 87-JĂ€hrige gebrauchte in einem am Wochenende veröffentlichten Interview des Schweizer Fernsehens mit Blick auf Schwierigkeiten der ukrainischen Armee auch das Wort von der "weiĂen Fahne" - in Kriegszeiten seit Jahrhunderten das Zeichen der Kapitulation, also der kampflosen Aufgabe gegen die feindlichen Truppen.
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