Selenskyj: Kreml will Korridor bis nach RumÀnien erobern
11.06.2025 - 21:20:28"Die russischen MilitĂ€rplĂ€ne zielen auf diese Region - Odessa - und dann auf die Grenzen zu Moldawien und RumĂ€nien", sagte Selenskyj bei einem Gipfel mit den Staats- und Regierungschefs aus SĂŒdosteuropa in Odessa. Russland strebe danach, in der Region Chaos zu sĂ€en, um Europa insgesamt zu schwĂ€chen.
Kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs hatte Rustam Minnekajew, ein ranghoher General in Moskau, die Kontrolle ĂŒber den SĂŒden der Ukraine und den Landweg zu der von Moldau abtrĂŒnnigen Region Transnistrien zu den Kriegszielen erklĂ€rt. Offiziell hatte sich der Kreml dazu allerdings nicht bekannt.
Selenskyj warnt vor Domino-Effekt
Laut Selenskyj sind die Interessen des Kremls nicht auf die Ukraine begrenzt. So schĂŒre Russland ethnische Konflikte auf dem Balkan, habe sich in die Wahlen eingemischt und plane, die Kontrolle ĂŒber die Ex-Sowjetrepublik Moldau wiederherzustellen. Wenn bei der Parlamentswahl in Moldau im September Europa Russland unterliege, werde dies Moskau ermutigen, sich noch stĂ€rker in die Angelegenheiten anderer europĂ€ischer Staaten einzumischen, warnte Selenskyj.
Bei dem Ukraine-SĂŒdosteuropa-Gipfel wollen die Staats- und Regierungschefs die Probleme der Region besprechen, aber auch Hilfe fĂŒr die Ukraine koordinieren. Selenskyj bat erneut um die StĂ€rkung der Flugabwehr, aber auch politische UnterstĂŒtzung etwa beim Beitritt zur EU. Der Ukrainer veröffentlichte auf Telegram ein Video, wie er mit mehreren StaatsgĂ€sten Blumen fĂŒr die gefallenen ukrainischen Soldaten niederlegt.
Serbischer PrÀsident Vucic in Odessa
Wegen des Gipfels ist auch erstmals seit Kriegsbeginn der serbische PrĂ€sident Alexandar Vucic in die Ukraine gereist. Vor einem Monat hatte Vucic die MilitĂ€rparade in Moskau besucht. In Odessa versprach er Medienberichten zufolge, sich am Wiederaufbau von ein bis zwei ukrainischen StĂ€dten oder Regionen zu beteiligen. Serbien unterstĂŒtze die territoriale Unverletzlichkeit der Ukraine, sagte er zudem.
Die Beziehungen zwischen Serbien und Russland gelten als traditionell freundschaftlich. Belgrad verweigert sich den Sanktionen gegen Russland und hat den Westen fĂŒr den von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Krieg gegen die Ukraine verantwortlich gemacht. Zuletzt gab es trotzdem zwischen Moskau und Belgrad Verstimmungen, als der russische Auslandsgeheimdienst Serbien den Verkauf von Munition an die Ukraine vorwarf.

