Istanbul-GesprÀche: Selenskyj erwartet wenig vom Kreml
02.06.2025 - 15:07:23"Ich bin mir nicht sicher, ob die Russen zu einem produktiven Treffen bereit sind", sagte er bei einem Besuch in Litauen. Dort nahm Selenskyj in der Hauptstadt Vilnius als Gast an eintÀgigen Beratungen der sogenannten Bukarest-Neun-Grupppe (B9) und der nordischen Staaten teil.
"Unsere Delegation befindet sich nun in Istanbul, und wir sind bereit, die notwendigen Schritte fĂŒr den Frieden zu unternehmen. Ausgangspunkt sollten natĂŒrlich ein Waffenstillstand und humanitĂ€re MaĂnahmen, die Freilassung von Gefangenen und die RĂŒckgabe entfĂŒhrter Kinder sein", sagte der PrĂ€sident vor den Staats- und Regierungschefs. Sollte die zweite GesprĂ€chsrunde ergebnislos bleiben, seien neue und hĂ€rtere Sanktionen der EU und der USA gegen den russischen Energie- und Finanzsektor erforderlich.
Zu den B9 gehören Polen, RumÀnien, Bulgarien, Ungarn, Tschechien, die Slowakei sowie die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen. Die nordischen Staaten sind Finnland, Schweden, Norwegen, DÀnemark und Island.
"Russland muss die Bedeutung seiner Verluste spĂŒren"
Selenskyj dankte den VerbĂŒndeten fĂŒr die bisherige UnterstĂŒtzung und Ă€uĂerte die Hoffnung auf eine weitere MilitĂ€rhilfe. "Europa verfĂŒgt gemeinsam mit Amerika ĂŒber bessere Waffen als Russland. Wir haben auch stĂ€rkere taktische Lösungen - unsere Operation Spinnennetz hat das gestern bewiesen. Russland muss die Bedeutung seiner Verluste spĂŒren", sagte der ukrainische PrĂ€sident. Das werde Moskau zur Diplomatie bewegen.
Selenskyj spielte damit auf einen ukrainischen Ăberraschungsangriff auf russische MilitĂ€rflugplĂ€tze am Vortag der GesprĂ€che in Istanbul an, bei denen ukrainischen Angaben zufolge ĂŒber 40 Kampf- und AufklĂ€rungsflugzeuge zerstört worden seien. Eingesetzt wurden dafĂŒr nach offiziell unbestĂ€tigten Berichten Drohnen.

