ROUNDUP, Selenskyj

Selenskyj hofft in den USA auf Zustimmung fĂŒr seinen Plan

23.09.2024 - 06:35:04

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj sieht den Herbst als entscheidende Phase fĂŒr den weiteren Verlauf und die Beendigung des Kriegs an.

"Zusammen mit unseren Partnern können wir unsere Position so stĂ€rken, wie es nötig ist fĂŒr unseren gemeinsamen Sieg - fĂŒr einen wirklich gerechten Frieden", sagte Selenskyj in seiner tĂ€glichen Videoansprache. Ein gerechtes Ergebnis ist seinen Angaben nach, wenn sich Russland fĂŒr den Angriffskrieg verantworten muss und dessen Folgen spĂŒrt. Selenskyj hielt seine Rede diesmal an Bord eines Flugzeugs. Kurz darauf veröffentlichte der Pressedienst des PrĂ€sidenten Bilder von dessen Landung in den USA.

In seiner Videoansprache kĂŒndigte Selenskyj an, den sogenannten Siegesplan US-PrĂ€sident Joe Biden, den beiden PrĂ€sidentschaftskandidaten Kamala Harris und Donald Trump sowie beiden Parteien im Kongress vorstellen zu wollen. Er werde den Plan, dessen Details er bisher nicht bekanntgegeben hatte, auch anderen StaatsfĂŒhrern prĂ€sentieren, sagte er.

Auftritt vor der UN-Generalversammlung

Anlass der Reise Selenskyjs ist der UN-Zukunftsgipfel. Heute will der ukrainische PrĂ€sident beim Zukunftsgipfel im UN-Hauptquartier sprechen. Am Dienstag ist nach Angaben aus seinem BĂŒro Selenskyjs Teilnahme an der Sitzung des UN-Sicherheitsrates zur Ukraine-Frage geplant und am Mittwoch wird er voraussichtlich in der UN-Generalversammlung sprechen.

Am Rande der Veranstaltung will Selenskyj GesprĂ€che mit internationalen Staats- und Regierungschefs fĂŒhren. Dabei ist auch ein Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz geplant.

Wichtige Reise fĂŒr Selenskyj

Abseits von der UN-Großveranstaltung nutzt Selenskyj die Reise aber auch, um in Washington bei beiden Parteien vor der anstehenden US-PrĂ€sidentenwahl noch einmal fĂŒr UnterstĂŒtzung zu werben. Empfangen wird er dabei unter anderem von PrĂ€sident Biden im Weißen Haus.

Die USA sind militĂ€risch der wichtigste UnterstĂŒtzer der Ukraine, die sich seit zweieinhalb Jahren eines russischen Angriffskriegs erwehrt. WĂ€hrend sich Kiew des weiteren Beistands aus Washington bei einem Sieg der Demokraten relativ sicher sein kann, ist der außenpolitische Kurs des republikanischen PrĂ€sidentschaftsbewerbers Trump bezĂŒglich der Ukraine unklar. Im Wahlkampf erklĂ€rte er mehrfach, er wolle einen schnellen Frieden erreichen, sagte dabei aber nicht, wie und zu welchen Bedingungen.

Lage in der Ukraine schwierig

WĂ€hrend Selenskyj im Ausland nach weiterer Hilfe sucht, bleibt die Lage in der Heimat weiter schwierig. In der Nacht gab es weitere russische Angriffe auf die Ukraine. In Ternopol fiel in der Nacht der Strom in Teilen der Großstadt aus. Medien berichteten zuvor von einer Explosion an einem Umspannwerk. Verletzte gab es offiziellen Angaben zufolge aber nicht.

Explosionen meldete auch der Gouverneur der sĂŒdukrainischen Region Saporischschja, Iwan Fjodorow. Zuvor hatte die Flugabwehr vor dem Abwurf russischer Gleitbomben gewarnt. NĂ€here Angaben zu den Folgen gab es zunĂ€chst nicht. Immer wieder wird auch das Hinterland der Ukraine mittels Drohnen, Raketen und gelenkten Bomben attackiert.

An der Front halten derweil die KĂ€mpfe mit unvermittelter HĂ€rte an. Nach Angaben des Generalstabs in Kiew gab es im Tagesverlauf weit mehr als 100 ZusammenstĂ¶ĂŸe zwischen russischen und ukrainischen Truppen. Die intensivsten Angriffe habe das russische MilitĂ€r dabei einmal mehr zwischen den StĂ€dten Pokrowsk und Kurachowe im ostukrainischen Gebiet Donezk gefĂŒhrt, hieß es im abendlichen Lagebericht.

@ dpa.de