Orban trifft Erdogan in Budapest - Kein Wort zu Schweden-Nato-Frage
18.12.2023 - 17:44:37Ungarn und die TĂŒrkei wollen ihre Zusammenarbeit in der Wirtschaft und bei der Energieversorgung weiter ausbauen, sagten die beiden Politiker in einer anschlieĂenden PresseerklĂ€rung in Orbans Amtssitz auf der Budaer Burg. Orban hob auĂerdem die zentrale Rolle Ankaras bei der BekĂ€mpfung irregulĂ€rer Migration hervor.
Die Frage des Nato-Beitritts Schwedens kam nicht zur Sprache. Ungarn und die TĂŒrkei sind die beiden letzten Nato-MitgliedslĂ€nder, deren Parlamente die Beitrittsprotokolle fĂŒr Schweden noch nicht ratifiziert haben. Zuletzt hatte Erdogan die Zustimmung seines Landes zum Nato-Beitritt Schwedens daran geknĂŒpft, dass die USA moderne Kampfjets vom Typ F-16 an die TĂŒrkei liefern.
Orban wiederum hatte lange Zeit behauptet, Schwedens Politiker und Medien wĂŒrden Ungarn wegen mangelnder Demokratie verĂ€chtlich machen. Zugleich verlautete aus Budapest immer wieder, man wolle nicht das letzte Land sein, das den Nato-Beitritt Schwedens ratifiziert.
Mit seiner oft prorussischen Haltung hat Orban sein Land in eine AuĂenseiterposition in Nato und EU gebracht. Daneben sucht er die NĂ€he zu Autokraten wie Erdogan. Auch der ungarische Rechtspopulist regiert in seinem Land teilweise autoritĂ€r. Kritiker werfen ihm die EinschrĂ€nkung der Medienfreiheit und der UnabhĂ€ngigkeit der Justiz vor.
Erdogans eintĂ€giger Besuch in Budapest galt formell der Teilnahme an einer Sitzung des Hohen Ungarisch-TĂŒrkischen Rats fĂŒr Strategische Zusammenarbeit. Weiters begingen die beiden Staats- und Regierungschefs den 100. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Ungarn und der TĂŒrkischen Republik. Am Abend wollten Orban und Erdogan an einer Konzert-Gala teilnehmen, die ein ungarisch-tĂŒrkisches Kulturjahr einleiten sollte.

