Orban 'nicht einverstanden' mit EU-Beitrittsprozess fĂŒr Ukraine
25.06.2024 - 05:35:59 | dpa.deDen Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte Orban: "Ungarn ist mit diesem Beitrittsprozess nicht einverstanden, aber wir blockieren ihn nicht und unterstĂŒtzen den Start der Verhandlungen." Die GesprĂ€che seien "ein rein politisch motivierter Prozess".
Es gehe nicht um Ja oder Nein zur EU-Mitgliedschaft. "Aber wir mĂŒssten erst prĂŒfen, was die Folgen wĂ€ren, wenn wir ein Land im Krieg aufnehmen, dessen Grenzen in der Praxis nicht geklĂ€rt sind", sagte Orban, dessen Land am 1. Juli die EU-RatsprĂ€sidentschaft ĂŒbernimmt. Er fragte auch nach den Folgen des Beitritts eines solch riesigen Landes fĂŒr die Landwirtschaft der EU. "Jetzt beginnen wir Verhandlungen, ohne da Klarheit zu haben, das ist nicht gut."
Die Beitrittsverhandlungen mit der von Russland angegriffenen Ukraine beginnen am Rande eines EU-Ministertreffens in Luxemburg parallel zu Ă€hnlichen GesprĂ€chen mit Moldau, einem kleinen Nachbarland der Ukraine. In der vergangenen Woche war der Verhandlungsrahmen beschlossen worden, der Leitlinien und GrundsĂ€tze dafĂŒr festgelegt. Der Beginn der BeitrittsgesprĂ€che war bereits bei einem EU-Gipfel im Dezember grundsĂ€tzlich beschlossen worden.
Wie lange es nach einem Start der GesprÀche bis zum EU-Beitritt dauern könnte, ist völlig offen. Der Prozess kann viele Jahre dauern. Theoretisch kann ein Beitrittskandidat auch nie Mitglied werden. So gilt es bei der Ukraine derzeit auch als ausgeschlossen, dass sie vor dem Ende des russischen Angriffskriegs EU-Mitglied wird. Denn dann könnte Kiew nach Artikel 42, Absatz 7 des EU-Vertrags militÀrischen Beistand einfordern - und die EU wÀre Kriegspartei.
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