ROUNDUP, US-Arbeitsmarkt

US-Arbeitsmarkt bleibt robust - Aussicht auf Zinssenkungen gedÀmpft

03.07.2025 - 15:58:51

Der US-Arbeitsmarkt hat sich im Juni erneut robuster gezeigt als erwartet.

So stieg die BeschĂ€ftigtenzahl stĂ€rker als gedacht, und die Arbeitslosenquote ging deutlicher zurĂŒck als von Volkswirten erwartet. Dies geht aus den am Donnerstag vom Arbeitsministerium vorgelegten Daten hervor. Nur die Lohnentwicklung blieb hinter den Erwartungen zurĂŒck.

Außerhalb der Landwirtschaft kamen 147.000 Stellen hinzu. Damit lag der BeschĂ€ftigungsaufbau den vierten Monat in Folge ĂŒber den Erwartungen. Volkswirte hatten im Schnitt nur mit 106.000 neuen Stellen gerechnet. Der BeschĂ€ftigungsaufbau in den beiden Vormonaten wurde zudem um insgesamt 16.000 Stellen nach oben revidiert.

Verhaltener als erwartet entwickelten sich hingegen die Löhne. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen gegenĂŒber dem Vormonat um 0,2 Prozent. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet. Im Jahresvergleich legten die Löhne um 3,7 Prozent zu und damit etwas moderater als im Vormonat.

Ökonomen bewerten die Daten jedoch nicht durchgehend positiv. Nach EinschĂ€tzung von Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz zeigt der Bericht, dass die Wirtschaft an Schwung verloren hat. "Wichtig ist, dass der private Sektor nur 74.000 Stellen geschaffen hat." In konjunktursensiblen Sektoren wie der Industrie und Unternehmensnahen Dienstleistungen stagniere die Stellenzahl und die BeschĂ€ftigung sinke. "Wer einen Job hatte, arbeitete darĂŒber hinaus weniger Stunden im Durchschnitt." Neue Stellen wurden laut der Statistik vor allem im Bildungswesen der Bundesstaaten und lokalen Gebietskörperschaften geschaffen.

Die Aussicht auf baldige Leitzinssenkungen durch die US-Notenbank Fed wird aber laut Ökonomen gedĂ€mpft. US-PrĂ€sident Donald Trump hatte den Druck auf die Fed zuletzt erhöht. Er fordert von Notenbankchef Jerome Powell Leitzinssenkungen und seinen RĂŒcktritt.

"Die Fed bewegt sich insgesamt auf die nĂ€chste Zinssenkung zu, sie kann aber wohl noch etwas lĂ€nger abwarten, bis sich die weiter bestehenden Unsicherheiten hinsichtlich der inflationĂ€ren Wirkung der Zölle geklĂ€rt haben", schreibt Balz. Die Commerzbank-Ökonomen erwarten eine Zinssenkung auf der ĂŒbernĂ€chsten Sitzung im September. Nach der Veröffentlichung der Daten legte der US-Dollar zu allen wichtigen WĂ€hrungen zu. Der Euro fiel auf ein Tagestief von 1,1718 US-Dollar. Die AktienmĂ€rkte reagierten mit Kursgewinnen. Die Kurse von US-Staatsanleihen gaben hingegen deutlich nach.

@ dpa.de