ROUNDUP, Starker

Starker US-Arbeitsmarktbericht dÀmpft Spekulation auf sinkende Zinsen

05.04.2024 - 15:36:28

Der US-Arbeitsmarkt hat sich im MÀrz sehr robust prÀsentiert.

Ein starker BeschĂ€ftigungsaufbau ĂŒberraschte die Experten. Zudem ging die Arbeitslosenquote zurĂŒck und der Anstieg der Stundenlöhne legte zu, wie aus dem am Freitag vom Arbeitsministerium veröffentlichten Arbeitsmarktbericht hervorgeht. Laut Ökonomen steigt die Wahrscheinlich, dass die US-Notenbank spĂ€ter als bisher erwartet die Leitzinsen senken könnte.

Außerhalb der Landwirtschaft kamen 303 000 Stellen hinzu. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 214 000 neuen Stellen gerechnet. Auch wurde der BeschĂ€ftigungsaufbau in den beiden Vormonaten nach oben revidiert - um insgesamt 22 000 Stellen.

Zudem sank die Arbeitslosenquote im MĂ€rz. Sie fiel um 0,1 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent. Analysten hatten den RĂŒckgang im Schnitt erwartet. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen wird mit 6,4 Millionen angegeben. Im lĂ€ngeren Vergleich ist die Arbeitslosigkeit damit weiter vergleichsweise niedrig.

Das Lohnwachstum hat im MĂ€rz etwas angezogen. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen gegenĂŒber dem Vormonat um 0,3 Prozent. Volkswirte hatten dies im Schnitt erwartet. Der Anstieg im Vormonat wurde von 0,1 auf 0,2 Prozent nach oben korrigiert. Im Jahresvergleich nahm der Lohnauftrieb ab. In dieser Betrachtung betrug der Zuwachs 4,1 Prozent. Im Vormonat waren es noch 4,3 Prozent gewesen.

Der Arbeitsmarktbericht spielt fĂŒr die Geldpolitik der US-Notenbank eine wichtige Rolle. Mittlerweile wird an den FinanzmĂ€rkten eine Zinssenkung erst fĂŒr den September erwartet. Bisher war man noch vom Juli ausgegangen. "Die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinswende doch ein wenig spĂ€ter erfolgt, als bislang angenommen, hat nun jedenfalls zugenommen", schreibt Matthias Krieger, Volkswirt bei der Landesbank Baden-WĂŒrttemberg. Er verweist zudem auch auf den Vorsitzenden der US-Notenbank Jerome Powell. Der hatte angesichts der StĂ€rker der US-Wirtschaft Erwartungen auf baldige Zinssenkungen gedĂ€mpft.

"Der gute Arbeitsmarkt ist in gewisser Hinsicht ein Problem fĂŒr die Fed", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Die Notenbank habe Zinssenkungen im Visier und kommuniziere dies auch so. "Doch je besser und je lĂ€nger die US-Wirtschaft auf ihrem soliden Wachstumspfad bleibt - und hierfĂŒr ist nun einmal der Arbeitsmarkt ein guter Indikator - desto mehr stellt sich die Frage, ob ĂŒberhaupt Zinssenkungen notwendig sind", so Gitzel. Es könnten sogar Zinserhöhungen notwendig werden, auch wenn das nicht das Hauptszenario sei.

Der US-Dollar legte nach der Veröffentlichung der Daten zu allen wichtigen WÀhrungen zu. Die Kurse von US-Staatsanleihen gerieten merklich unter Druck. Die AktienmÀrkte in Europa wurden hingegen nicht zusÀtzlich belastet.

@ dpa.de