ROUNDUP, US-Arbeitsmarkt

US-Arbeitsmarkt startet sehr stark ins neue Jahr

02.02.2024 - 15:17:12

Der US-Arbeitsmarkt hat sich zu Beginn des Jahres sehr stark entwickelt.

Nicht nur fiel der Stellenaufbau deutlich stĂ€rker aus als erwartet. Auch zog das Lohnwachstum spĂŒrbar an. Die Arbeitslosigkeit stagnierte auf niedrigem Niveau. FĂŒr die US-Notenbank Fed bringt die Entwicklung einige Herausforderungen mit sich, weil ein robuster Jobmarkt mit steigenden Löhnen fĂŒr zusĂ€tzliche Inflationsrisiken spricht.

Nach Angaben des Arbeitsministeriums vom Freitag stieg die BeschĂ€ftigung außerhalb der Landwirtschaft im Januar um 353 000 Stellen. Es ist der stĂ€rkste Anstieg seit einem Jahr. Analysten hatten im Schnitt mit einem viel geringeren Zuwachs um 185 000 neue ArbeitsplĂ€tzen gerechnet. DarĂŒber hinaus wurde der BeschĂ€ftigungsaufbau in den beiden Vormonaten krĂ€ftig um insgesamt 126 000 nach oben revidiert. Der US-Arbeitsmarkt bleibt damit sehr robust.

Ähnliche Signale kamen von der Lohnentwicklung. Die durchschnittlichen Stundenlöhne erhöhten sich im Monatsvergleich um 0,6 Prozent - und damit doppelt so stark wie Fachleute erwartet hatten. Im Jahresvergleich nahm der Lohnauftrieb von 4,3 auf 4,5 Prozent zu. Höher hatte die Rate zuletzt im vergangenen Sommer gelegen.

Die Arbeitslosenquote stagnierte auf 3,7 Prozent. Das ist im lÀngeren Vergleich ein niedriger Wert. Er liegt nicht weit entfernt von dem vor einem Jahr markierten Tief seit 1969 bei 3,4 Prozent. Das Ministerium schÀtzt die Gesamtzahl der Arbeitslosen nun auf etwa 6,1 Millionen. Auch das ist ein eher niedriger Wert.

Analyst Elmar Völker von der Landesbank Baden-WĂŒrttemberg sprach von einem beeindruckenden Beleg fĂŒr einen robusten Arbeitsmarkt. "Vor diesem Hintergrund sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank bereits auf ihrer nĂ€chsten Sitzung im MĂ€rz eine Leitzinswende einlĂ€utet, gegen null."

Am Mittwoch hatte die Federal Reserve ihre Leitzinsen wie allgemein erwartet stabil gehalten und Erwartungen auf baldige Zinssenkungen gedĂ€mpft. Fed-Chef Jerome Powell hatte geĂ€ußert, man benötige mehr Zuversicht, dass die Inflation nachhaltig zurĂŒckgehe. Eine geldpolitische Lockerung bereits im MĂ€rz bezeichnete er als unwahrscheinlich. Vielmehr werde die Notenbank wohl "irgendwann" in diesem Jahr die Zinswende einleiten.

An den MĂ€rkten hatten bereits die Worte Powells fĂŒr ErnĂŒchterung gesorgt. Die Marktreaktionen auf den Jobbericht waren jedoch um einiges stĂ€rker: Der US-Dollar legte gegenĂŒber vielen WĂ€hrungen krĂ€ftig zu, der Euro gab im Gegenzug fast einen Cent nach. Die Kapitalmarktzinsen stiegen deutlich an - ein Zeichen, dass an den MĂ€rkten rasche Zinssenkungen eher nicht mehr erwartet werden. Der Goldpreis geriet wegen des stĂ€rkeren Dollar und der steigenden Marktzinsen unter Druck. Die Börsen reagierten negativ.

@ dpa.de