ROUNDUP, US-Arbeitsmarkt

US-Arbeitsmarkt bleibt sehr robust

04.04.2025 - 15:39:30

Der US-Arbeitsmarktbericht ist im MĂ€rz uneinheitlich und immer noch sehr robust ausgefallen.

So ist die BeschĂ€ftigtenzahl stĂ€rker als erwartet gestiegen, wĂ€hrend gleichzeitig die Arbeitslosenquote etwas anzog, wie aus Zahlen des Arbeitsministeriums vom Freitag hervorgeht. Das zuletzt angekĂŒndigte heftige Zollpaket von US-PrĂ€sident Donald Trump spiegelte sich in den Daten noch nicht wider. Angesichts der jĂŒngsten Zuspitzung im Zollkonflikt spielten die Daten an den FinanzmĂ€rkten kaum eine Rolle.

"Ich kann mich nicht entsinnen, dass ein US-Arbeitsmarkt jemals so zur Nebensache geriet wie heute", kommentierte Dirk Chlench, Volkswirt bei der LBBW. Die MĂ€rkte stehen ganz in Bann des Zollstreits.

Die US-Wirtschaft hat im MĂ€rz mehr ArbeitsplĂ€tze geschaffen als erwartet. Außerhalb der Landwirtschaft kamen 228.000 Stellen hinzu. Volkswirte hatten im Schnitt mit 140.000 neuen Stellen gerechnet. Der BeschĂ€ftigungsaufbau in den beiden Vormonaten wurde allerdings um insgesamt 48.000 Stellen nach unten revidiert.

Die Arbeitslosenquote ist hingegen weiter gestiegen. Sie legte im Monatsvergleich um 0,1 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent zu. Es ist der zweite Anstieg der Quote in Folge. Analysten hatten im Schnitt eine Stagnation erwartet.

In den USA sind die Löhne im MĂ€rz wie erwartet gestiegen. Die durchschnittlichen Stundenlöhne legten gegenĂŒber dem Vormonat um 0,3 Prozent zu. Volkswirte hatten dies im Schnitt erwartet. Im Februar hatte das Lohnplus bei revidiert 0,2 Prozent (zunĂ€chst 0,3) gelegen. Im Jahresvergleich stiegen die Löhne um 3,8 Prozent. Im Vormonat hatte der Anstieg hier laut revidierten Daten 4,0 Prozent betragen.

"In dieser denkwĂŒrdigen Woche ist der US-Arbeitsmarktbericht lediglich eine Randnotiz", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Der Jobmarkt prĂ€sentiert sich jedenfalls im MĂ€rz Ă€ußerst robust." Die Massenentlassungen im öffentlichen Sektor wĂŒrden sich in den Zahlen noch nicht widerspiegeln.

Nah den von China erhobenen Gegenzöllen hĂ€lt Gitzel einen globalen Zollkrieg fĂŒr möglich. "WĂŒrde die Weltwirtschaft dadurch grĂ¶ĂŸeren Schaden nehmen, wĂŒrde auch die USA eine Rezession fĂŒrchten mĂŒssen, was den Arbeitsmarkt unter Druck setzt." Daher sei der Arbeitsmarktbericht nur eine Momentaufnahme.

Commerzbank-Volkswirt Bernd Weidensteiner erwartet in den nĂ€chsten Monaten eine AbschwĂ€chung des Arbeitsmarktes. Die Rahmenbedingungen von Unternehmen und Konsumenten seien durch zunehmende Kosten und eine steigende Verunsicherung geprĂ€gt. "In dieser Lage dĂŒrfte die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen abnehmen."

@ dpa.de