Trump will Notenbankchef-Favoriten schon heute vorstellen
30.01.2026 - 06:10:56US-PrĂ€sident Donald Trump will seinen Wunschkandidaten fĂŒr die Nachfolge des bei ihm in Ungnade gefallenen US-Notenbankchefs Jerome Powell nun doch schon heute bekanntgeben. Nachdem er die VerkĂŒndung der Personalie am Donnerstag zunĂ€chst fĂŒr kommende Woche in Aussicht gestellt hatte, zog Trump den Zeitpunkt einige Stunden spĂ€ter ĂŒberraschend vor: Bereits am Freitagmorgen (Ortszeit) werde er den Namen bekanntmachen, sagte er vor Journalisten.
FĂŒr die Nachfolge Powells, dessen Amtszeit als Chef der Federal Reserve (Fed) regulĂ€r im Mai endet, werden mehrere Namen gehandelt. Im GesprĂ€ch waren zuletzt Trumps Berater Kevin Hassett, der frĂŒhere Fed-Gouverneur Kevin Warsh, der derzeitige Fed-Gouverneur Christopher Waller und der Blackrock-Manager Rick Rieder. Nachdem zwischenzeitlich Hassett als Favorit galt, wetten die meisten US-Medien mittlerweile auf Warsh.
Das Vorschlagsrecht fĂŒr einen neuen Notenbankchef liegt beim US-PrĂ€sidenten, der Senat muss der Personalie jedoch zustimmen. Und in der mĂ€chtigen Parlamentskammer droht Trump beziehungsweise seinem Kandidaten erheblicher Gegenwind. Hintergrund sind strafrechtliche Ermittlungen gegen Powell, die vom Justizministerium vorangetrieben werden. Demnach soll Powell im Zusammenhang mit der Sanierung von GebĂ€uden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben - was er bestreitet. Kritiker werten das Vorgehen der Justiz versuchte politische Einflussnahme auf die Fed.
Vor einer Abstimmung im Plenum des Senats muss die Kandidatur des potenziellen Powell-Nachfolgers durch den Finanzausschuss der Parlamentskammer. Trumps republikanischer Parteifreund Thom Tillis hat angekĂŒndigt, dort zunĂ€chst alle Fed-Nominierungen zu blockieren, bis die Ermittlungen gegen Powell vom Tisch sind.
Persönlicher Zwist zwischen Trump und Powell
Den Untersuchungen waren persönliche Attacken Trumps vorangegangen, der Powell ĂŒber Monate hinweg beleidigte und seine Entlassung forderte. Der PrĂ€sident will um jeden Preis einen besonders niedrigen Leitzins durchgesetzt sehen und macht den Notenbankchef höchstpersönlich dafĂŒr verantwortlich, dass die Fed den Zins nur zögerlich lockerte â und in ihrer letzten Entscheidung am Mittwoch gar nicht mehr.
Die Zentralbank ist laut Gesetz aber unabhĂ€ngig. WĂŒrde ein US-PrĂ€sident die Leitzinsentscheidung manipulieren, so wĂ€re das Vertrauen an den FinanzmĂ€rkten nachhaltig zerstört. Der geldpolitische Kurs wird fĂŒr gewöhnlich ausschlieĂlich auf Basis vorhandener Daten zur Entwicklung von Inflation und Arbeitsmarkt festgelegt, unabhĂ€ngig von der politischen Ausrichtung einer Regierung. Trumps stĂ€ndige Angriffe auf die Fed und deren dadurch befĂŒrchteter Rufschaden belasteten zuletzt auch den US-Dollar und amerikanische Staatsanleihen.
Mit ihren Zinsentscheidungen will die Fed einen Kompromiss zwischen stabilen Preisen und dem Idealziel VollbeschÀftigung finden. Ist der Leitzins zu hoch, bremst er die Wirtschaft aus - etwa wegen zu hoher Kreditkosten. Ein niedrigerer Zins stimuliert zwar Wachstum und den Arbeitsmarkt, kann aber die Inflation anheizen.





