EZB-Vize de Guindos liefert Hinweise fĂŒr Zinssenkung im September
23.07.2024 - 08:54:27In einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der spanischen Nachrichtenagentur "Europa Press" sprach de Guindos zwar von einer derzeit "enormen Unsicherheit", und dass die Notenbank bei ihren Entscheidungen "umsichtig" vorgehen mĂŒsse. Allerdings machte der EZB-Vize auch deutlich, dass im September mehr Informationen zur VerfĂŒgung stĂŒnden, insbesondere neue markroökonomische Prognosen. "DatenmĂ€Ăig ist der September ein viel gĂŒnstigerer Monat fĂŒr Entscheidungen als der Juli", sagte er.
Im Juni hatte die EZB erstmals seit der groĂen Inflationswelle die Leitzinsen wieder gesenkt. Bei der Zinsentscheidung in der vergangenen Woche hatte die Notenbank die Zinsen unverĂ€ndert belassen und frĂŒhere Aussagen bekrĂ€ftigt, dass weitere Entscheidungen von der Entwicklung der Konjunkturdaten abhĂ€ngig seien. An den FinanzmĂ€rkten wird mit zwei weiteren Zinssenkungen in diesem Jahr gerechnet, wobei eine Zinssenkung im September mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 80 Prozent erwartet wird.
Noch brauche die EZB mehr Zuversicht, dass die Inflation in der Eurozone Ende 2025 bei der anvisierten Zielmarke von mittelfristig zwei Prozent liege, sagte de Guindos. "Das ist die SchlĂŒsselfrage", so der Notenbanker. Zuletzt hatte sich die Teuerung in der Eurozone tendenziell abgeschwĂ€cht. Im Juni lag die Inflationsrate bei 2,5 Prozent.
De Guindos verwies allerdings auf die Teuerung im Bereich Dienstleistungen, die bei den WĂ€hrungshĂŒtern im Fokus der Ăberlegungen stehe. "Die Inflation im Dienstleistungssektor liegt bei 4,1 Prozent, und dieser Teil der Inflation ist derzeit am schwierigsten zu senken", sagte er.

