EZB-Chefin erwartet wegen Zöllen weniger Wachstum in Europa
25.04.2025 - 17:20:21"Die deutliche Eskalation der weltweiten Handelsspannungen und die damit verbundenen Unsicherheiten werden das Wachstum im Euroraum wahrscheinlich durch eine DĂ€mpfung der Exporte bremsen und könnten auch Investitionen und Konsum nach unten ziehen", sagte Lagarde bei der FrĂŒhjahrstagung des Internationalen WĂ€hrungsfonds (IWF) in Washington.
Zudem könnte eine sich verschlechternde Stimmung an den FinanzmĂ€rkten zu restriktiveren Finanzierungsbedingungen fĂŒhren, in der Folge könnten sich Unternehmen und Haushalte bei Konsum- und Investitionsentscheidungen zurĂŒckhalten, sagte Lagarde laut einem von der EZB veröffentlichten Redetext.
Lagarde hatte kĂŒrzlich schon bei einer Veranstaltung der "Washington Post" darauf hingewiesen, dass der Zollkonflikt erste DĂ€mpfer beim Wirtschaftswachstum in der Eurozone hinterlasse. Sie schloss nicht aus, dass die EZB ihren Wachstumsausblick noch einmal ĂŒberdenken mĂŒsse.
Die EZB erwartet nach jĂŒngster Prognose vom MĂ€rz fĂŒr 2025 ohnehin nur ein Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent in der Eurozone. Sie rechnet zudem mit einer Teuerungsrate von 2,3 Prozent. Da die Inflation in der Eurozone abgeflaut ist, hat die Notenbank den maĂgeblichen Einlagenzins kĂŒrzlich zum siebten Mal seit vergangenem Sommer gesenkt. Er liegt nun bei 2,25 Prozent. Zum nĂ€chsten Zinsentscheid am 5. Juni liegen der EZB neue Projektionen vor.
Die Inflation werde wohl um das Zwei-Prozent-Ziel der EZB herum schwanken, sagte Lagarde auf der IWF-Tagung weiter. Die Handelsstörungen erhöhten die Unsicherheit hinsichtlich der Inflationsaussichten im Euroraum. "Sinkende globale Energiepreise und ein stĂ€rkerer Euro könnten die Inflation dĂ€mpfen." Dieser Effekt könne durch eine schwĂ€chere Nachfrage nach Exporten aus dem Euroraum wegen höherer Zölle und eine Umleitung von Exporten aus LĂ€ndern mit ĂberkapazitĂ€ten in den Euroraum verstĂ€rkt werden.

