Trump, Gewaltausbruch

Trump will Gewaltausbruch bei Wahlniederlage nicht ausschließen

01.05.2024 - 06:27:58

Der voraussichtliche republikanische PrĂ€sidentschaftskandidat Donald Trump hĂ€lt politische Gewalt in den USA fĂŒr denkbar, wenn es bei der Wahl im Herbst nicht "fair" zugehen sollte.

Auf die Frage, ob es im Falle einer Niederlage gegen Amtsinhaber Joe Biden friedlich bleiben werde, sagte Trump dem "Time Magazine" in einem am Dienstag veröffentlichten Interview: "Ich denke, wir werden gewinnen. Und wenn wir nicht gewinnen, kommt es darauf an. Es kommt immer auf die Fairness einer Wahl an." Dann nahm er Bezug auf seine hinlĂ€nglich widerlegte Behauptung, bei der PrĂ€sidentenwahl 2020 durch massiven Betrug um den Sieg gebracht worden zu sein: "Ich glaube dieses Mal werden sie nicht damit durchkommen. Und wenn das der Fall ist, werden wir auf rekordmĂ€ĂŸige Weise gewinnen."

Das Interview war im April in zwei Teilen gefĂŒhrt worden. Trump wurde beide Male dazu befragt, ob er mit politischer Gewalt nach dem Wahlgang rechne. Beim ersten Mal antwortete der frĂŒhere PrĂ€sident: "Ich denke, wir werden einen großen Sieg erringen. Und ich denke, dass es keine Gewalt geben wird." Im zweiten Teil des Interviews wurde er dann konkret gefragt, was im Falle einer Niederlage passieren wĂŒrde.

In den USA ist die politische Stimmung seit Jahren aufgeheizt - die polarisierende Amtszeit Trumps und insbesondere der Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 wirken bis heute nach. Damals waren AnhĂ€nger Trumps nach einer aufwiegelnden Rede des bereits abgewĂ€hlten Amtsinhabers gewaltsam in das ParlamentsgebĂ€ude in der Hauptstadt Washington eingedrungen. Dort war der Kongress zusammengekommen, um den Sieg des Demokraten Biden formal zu bestĂ€tigen. Infolge der Krawalle kamen fĂŒnf Menschen ums Leben. Seitdem hat Trump die MĂ€r des angeblichen Wahlbetrugs unzĂ€hlige Male wiederholt. Auch jetzt macht er wieder damit Wahlkampf. Allerdings wurde Trump inzwischen selbst im Zusammenhang mit versuchtem Wahlbetrug angeklagt, weil er das demokratische Ergebnis der PrĂ€sidentenwahl 2020 im Nachhinein zu kippen versuchte.

Im Januar hatte US-Justizminister Merrick Garland zum Auftakt des Wahljahres zunehmende Drohungen gegen AmtstrĂ€ger und demokratische Institutionen im Land angeprangert. Seither scheint sich die BefĂŒrchtung zu bestĂ€tigen, dass die gesellschaftliche Spaltung des Landes durch die absehbare Neuauflage des Duells Trump gegen Biden im November nochmals vertieft werden könnte.

@ dpa.de