Steuern

Zollgewerkschaft warnt vor PĂ€ckchensteuer auf Billigimporte

15.09.2025 - 01:00:00

Der Vorsitzende der Zollgewerkschaft BDZ, Thomas Liebel, spricht sich gegen die von der EU geplante EinfĂŒhrung einer pauschalen Zollabgabe auf Kleinsendungen aus.

Ziel der sogenannten "E-Commerce-Steuer" ist es, Billigversender wie Temu oder Shein unattraktiver zu machen, weil diese massenhaft Direktlieferungen aus China nach Europa schicken. "Das Problem ist die schiere Masse an PĂ€ckchen, die per Luftfracht an den FlughĂ€fen ankommt", sagte Liebel der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung". In den Milliarden Paketen steckten Waren im Wert von oft nur wenigen Euro.

Selbst mit Einfuhrumsatzsteuer bringe jedes PĂ€ckchen nur ein paar Cent ein, wĂ€hrend die PrĂŒfung aufwendig ist. "Der Zöllner muss die Anmeldungen manuell prĂŒfen und immer wieder mit physischen Formularen arbeiten", kritisierte Liebel. Hinzu komme, dass viele dieser Produkte kein CE-Siegel hĂ€tten, oder Stoffe enthielten, die in der EU nicht zugelassen sind. Bei gefĂ€lschten Markenartikeln mĂŒsse der Zoll die Ware an die MarktĂŒberwachungsbehörden weitergeben, die meist personell ĂŒberlastet seien und die Lieferungen vernichten oder zurĂŒckschicken mĂŒssten. "Wer mit Shein-Leggings beschĂ€ftigt ist, kann in dieser Zeit keine Schiffscontainer auf Kokain untersuchen", warnte der BDZ-Chef. Liebel forderte, die Zöllner zu entlasten, indem sie unzulĂ€ssige Ware kĂŒnftig selbst zurĂŒckschicken dĂŒrften. Das spare Arbeit und hĂ€tte zugleich einen "erzieherischen Effekt" auf Verbraucher.

@ dts-nachrichtenagentur.de