ROUNDUPRumÀnien, NiederlÀnder

NiederlÀnder Rutte kann Nato-GeneralsekretÀr werden

20.06.2024 - 14:03:42

Der Weg fĂŒr die Ernennung von Mark Rutte zum nĂ€chsten GeneralsekretĂ€r der Nato ist nach monatelanger Blockade frei.

Als letzter BĂŒndnisstaat kĂŒndigte am Donnerstag RumĂ€nien an, seinen Widerstand gegen die Vergabe des Spitzenpostens an den scheidenden niederlĂ€ndischen Regierungschef aufzugeben.

RumĂ€niens StaatsprĂ€sident Klaus Iohannis zog seine eigene Kandidatur zurĂŒck, wie die PrĂ€sidentschaftskanzlei am Donnerstag in Bukarest bekanntgab. Zugleich unterstĂŒtze RumĂ€nien nunmehr die Kandidatur Ruttes, hieß es weiter. Dies entschied der oberste Verteidigungsrat des Landes (CSAT), in dem Iohannis den Vorsitz fĂŒhrt.

Vor kurzem hatten diesen Schritt bereits Ungarn, die Slowakei und die TĂŒrkei gemacht. Diese drei LĂ€nder waren lĂ€ngere Zeit zusammen mit RumĂ€nien die einzigen Nato-Staaten gewesen, die eine Ernennung des 57-jĂ€hrigen Rutte zum Nachfolger von Jens Stoltenberg noch blockierten.

Ungarn hatte den Widerstand zuletzt aufgegeben, nach dem Rutte auf ungarische Forderungen eingegangen war. Dabei ging es unter anderem darum, dass Ungarn sich sicher sein will, nicht zu einer Beteiligung an einem geplanten Nato-Einsatz zur Koordinierung von Waffenlieferungen fĂŒr die Ukraine gedrĂ€ngt zu werden. Die Regierung von Orban befĂŒrchtet, dass das BĂŒndnis durch das Projekt in eine direkte Konfrontation mit Russland getrieben werden könnte.

RumĂ€nien hatte bis zuletzt mit StaatsprĂ€sident Iohannis noch einen eigenen Kandidaten fĂŒr den Top-Job im Rennen. In BĂŒndniskreisen wurde allerdings vermutet, dass es Iohannis vor allem darum ging, als Alternative irgendeinen anderen internationalen Spitzenposten angeboten zu bekommen. Die zweite Amtszeit des RumĂ€nen endet im Herbst und er kann dann in RumĂ€nien kein weiteres Mal mehr antreten.

Der derzeitige Vertrag des amtierenden Nato-GeneralsekretĂ€rs Stoltenberg lĂ€uft noch bis 1. Oktober. Er hatte in der Vergangenheit schon mehrfach angekĂŒndigt, den Posten aufgeben zu wollen. Im vergangenen Sommer scheiterten allerdings erneut Versuche der Mitgliedstaaten, sich auf einen Nachfolger zu einigen. Damals hatten als mögliche AnwĂ€rter fĂŒr die Nachfolge Stoltenbergs unter anderem die dĂ€nische MinisterprĂ€sidentin Mette Frederiksen und der damalige britische Verteidigungsminister Ben Wallace gegolten.

Stoltenberg hat den Top-Job mittlerweile seit fast zehn Jahren inne. In der Geschichte des BĂŒndnisses ist er damit bereits jetzt der am zweitlĂ€ngsten amtierende GeneralsekretĂ€r. Am lĂ€ngsten war bislang der NiederlĂ€nder Joseph Luns der höchste internationale Beamte der Allianz. Er amtierte von 1971 bis 1984.

FĂŒr die Ernennung eines neuen GeneralsekretĂ€rs ist im VerteidigungsbĂŒndnis ein Konsens notwendig. Das bedeutet, dass keiner der aktuell 32 Nato-Staaten einen Einwand gegen den Kandidaten vorbringen darf. Bundeskanzler Olaf Scholz hatte sich bereits im Februar öffentlich hinter Rutte gestellt. Weitere UnterstĂŒtzung kam damals auch aus den USA und Großbritannien. Aus BĂŒndniskreisen hieß es am Donnerstag, es sei sehr wahrscheinlich, dass Rutte nun bereits in der kommenden Woche offiziell als Nachfolger Stoltenbergs prĂ€sentiert werden könne.

Rutte gilt als Ă€ußerst erfahrener Außenpolitiker. Er war zuletzt knapp 14 Jahre Regierungschef der Niederlande, so lange wie noch keiner vor ihm und damit auch einer der dienstĂ€ltesten der EU.

@ dpa.de