Deutschland, International

Experte: Deutsche Auto-Hersteller verlieren auch 2026

15.12.2025 - 05:00:33 | dpa.de

Der Weltmarkt boomt, doch die deutschen Autowerke schrumpfen. Die Zukunft der Hersteller wird nach EinschÀtzung eines Experten in China entschieden.

  • In China wird bereits mehr als jedes dritte Auto gebaut. (Archivbild) - Foto: Yang Suping/XinHua/dpa
  • Der deutsche Markt sollte 2026 dank neuer Subventionen wachsen. (Archivbild) - Foto: Jens Kalaene/dpa
  • Chinas Auto-Fabriken dominieren den Weltmarkt. (Archivbild) - Foto: --/XinHua/dpa
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Die deutsche Autoproduktion wird nach EinschĂ€tzung eines Experten auch im kommenden Jahr schrumpfen. Als Reaktion auf die Trump-Zölle verschieben die Hersteller einen Teil der Produktion in die USA, erwartet Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des privaten Centers Automotive Research (CAR) in Bochum. Die Zahl der BeschĂ€ftigten in den deutschen Autofabriken könnte von derzeit rund 720.000 Menschen auf deutlich weniger als 700.000 zurĂŒckgehen. FĂŒr 2027 gehe er von 650.000 BeschĂ€ftigten aus.

Im internationalen Vergleich spielten die Deutschen und mit ihnen ganz Europa eine immer kleinere Rolle. «Das Wachstum findet in Asien statt und die asiatischen Autobauer (Japan, Korea, China) dominieren immer stÀrker das AutogeschÀft», schreibt Dudenhöffer in seiner Marktprognose. Auf sie entfallen im laufenden Jahr rund 60 Prozent des Weltmarkts, den CAR mit 81,3 Millionen VerkÀufen auf dem höchsten Stand seit acht Jahren sieht (2017: 84,4 Mio). Bei einem weiteren starken Wachstum in China sollte der Weltmarkt 2027 den Rekord von 85,4 Millionen Autos erreichen. 

EY sieht deutsche Hersteller im «perfekten Sturm»

Bei den deutschen Autobauern sind aktuell die Gewinne eingebrochen. Nach einer Analyse der Beratungsgesellschaft EY ging der operative Gewinn (Ebit) von Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz im dritten Quartal 2025 um knapp 76 Prozent auf gut 1,7 Milliarden Euro zurĂŒck - den niedrigsten Wert seit 16 Jahren. EY-Autoexperte Constantin Gall sieht die deutschen Hersteller in einem «perfekten Sturm». Ursachen seien die allgemeine SchwĂ€che des Premiumsegments, die US-Zollpolitik, negative Wechselkurseffekte, hohe Investitionen in Elektroautos, die sich bislang nicht gerechnet hĂ€tten - und hohe Ausgaben fĂŒr den Umbau der Unternehmen. 

Bereits mehr als jedes dritte Auto wird in China gebaut

Der weltweit grĂ¶ĂŸte Einzelmarkt China habe in diesem Jahr mit 24,3 Millionen Pkw-VerkĂ€ufen seine Bedeutung weiter ausgebaut. In dem Land wurden 2025 rund 30 Millionen Autos gebaut, was einen Anteil von 36,6 Prozent an der globalen Produktion bedeutet. Auf Europa entfallen gerade einmal 15 Prozent. 

FĂŒr das Jahr 2026 erwartet Dudenhöffer auf dem gesĂ€ttigten deutschen Markt ein Wachstum um 2 Prozent auf knapp 2,9 Millionen VerkĂ€ufe. Dies werde vor allem durch geplante neue Fördermittel zum Kauf von Elektroautos erreicht. Im Jahr darauf werde der deutsche Markt wieder lahmen. Er bleibt nach StĂŒckzahlen dennoch die globale Nummer 5 nach China, USA, Indien und Japan. 

Die Zukunft der deutschen Autobauer sei eng mit dem chinesischen Markt verbunden, meint der Experte. Sie mĂŒssten nach dem Vorbild des VW-Konzerns «in China fĂŒr China» Elektroautos entwickeln und bauen. In diesem Zusammenhang kritisiert Dudenhöffer das Aufweichen des eigentlich fĂŒr 2035 geplanten Verbrenner-Aus. Man könne sich nicht von der Entwicklung abkoppeln, sondern mĂŒsse sich dem Wettbewerb auf dem harten chinesischen Markt stellen. «Wer nicht in China ist, ist nicht im AutogeschĂ€ft.»

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