Millionen, E-Automarkt

Fast sechs Millionen - E-Automarkt wÀchst wieder schneller

26.07.2025 - 05:00:48

Der weltweite Verkauf zieht im ersten Halbjahr wieder stĂ€rker an. Auch in Europa erleben Stromer eine Renaissance - doch der Kontinent fĂ€llt weiter zurĂŒck.

Die weltweiten Elektroautoneuzulassungen steigen wieder schneller. Im ersten Halbjahr waren es mehr als 5,9 Millionen rein batteriebetriebene Stromer (BEV), wie eine Analyse von PwC zeigt. Das sind 37 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Zum Vergleich: im Gesamtjahr 2024 hatte der Absatz nur um gut 14 Prozent zugelegt. 

Auch in Europa sieht das Beratungsunternehmen eine «Renaissance» der Elektroautos. Hier wurden 1,2 Millionen Elektroautos verkauft - ein Rekord fĂŒr ein erstes Halbjahr und ein Plus von 25 Prozent. Dazu dĂŒrfte auch Druck durch die verschĂ€rften CO2-Flottengrenzwerte beigetragen haben. Dennoch verliert der Kontinent als Elektroautomarkt weiter an Bedeutung - schlicht, weil andere MĂ€rkte noch schneller wachsen, insbesondere China. Das Land kann seine Dominanz weiter ausbauen, da es hier um 47 Prozent auf gut 3,7 Millionen BEVs nach oben geht. 

«Von dieser enormen Dynamik profitieren die deutschen Autobauer kaum», heißt es dazu von PwC. «Im ersten Halbjahr setzten sie in China 32 Prozent weniger BEVs ab als im gleichen Zeitraum 2024.» Allerdings hĂ€tten sie gleichzeitig in Europa deutlich zugelegt. 

Wenig Wachstum in den USA

Platz drei der weltweiten MĂ€rkte hinter China und Europa nehmen die USA ein. 592.000 Neuzulassungen sind hier aber nur ein vergleichsweise schwaches Wachstum von sieben Prozent.

Betrachtet man die europÀischen LÀnder einzeln, kommt Deutschland mit 249.000 BEVs derzeit wieder auf den weltweiten Platz drei, den es zwischenzeitlich an das Vereinigte Königreich verloren hatte, das mit 225.000 Autos nun auf Rang vier liegt. 

Trotz der guten Zahlen in Europa sei fĂŒr die deutschen Hersteller «unklar, wie die Transformation tatsĂ€chlich aussieht», sagt Felix Kuhnert von PwC. «Setzt man komplett auf eine Technologie oder weiterhin mit dem Verbrenner und dem Elektroauto auf zwei parallele Pfade mit entsprechenden Kosten und Innovationserwartungen?» Emissionsfreies Fahren werde von Politik und Gesellschaft gefordert, der Kapitalmarkt hingegen erwarte nach den Anfangsinvestitionen in die ElektromobilitĂ€t nun rentable GeschĂ€ftsmodelle.

Vorsicht vor AbhÀngigkeiten

Kuhnert warnt allerdings: Setzten die Hersteller alles auf diese Karte, könne die AbhĂ€ngigkeit von Asien fĂŒr einige Teile der Lieferkette zum Risiko werden. «Seltene Erden und Materialien wie Lithium sind die Grundlagen der ElektromobilitĂ€t und entwickeln sich zunehmend zur strategischen Achillesferse Europas», sagt Jörn Neuhausen von der zu PwC gehörenden Beratung Strategy&. Die europĂ€ischen Regierungen und die Automobilindustrie mĂŒssten dringend «zusammenarbeiten und eine vorausschauende Rohstoffstrategie etablieren», mahnt er. «Neben dem Aufbau eigener Wertschöpfungsketten in Europa kommt es auf die Diversifizierung der bestehenden Bezugsquellen an, um AbhĂ€ngigkeiten zu reduzieren und die Nachfrage langfristig zu sichern.»

@ dpa.de