Zinsen, Deutschland

Vier Prozent aufs Tagesgeld: Zinsen bei Banken steigen

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 05:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der Wettbewerb um Bankkunden verschĂ€rft sich. AuslĂ€ndische GeldhĂ€user, Smartphone-Banken und etablierte HĂ€user locken mit Zinsanhebungen. Sparer profitieren - mĂŒssen aber genau hinschauen.

Sparer bekommen fĂŒr Gelder auf der Bank wieder mehr Zinsen (Archivbild) - Bild: Hendrik Schmidt/dpa
Sparer bekommen fĂŒr Gelder auf der Bank wieder mehr Zinsen (Archivbild) - Bild: Hendrik Schmidt/dpa

Sparer können derzeit so hohe Tages- und Festgeldzinsen bei Banken kassieren wie lange nicht. Aktuell erhalten Anleger bei mindestens elf GeldhĂ€usern zeitweise einen Zinssatz ĂŒber 3,5 Prozent, wenn sie ein neues Tagesgeldkonto eröffnen, zeigt eine Analyse des Vergleichsportals Verivox. 

«Die Banken buhlen um neue Tagesgeldanleger», heißt es in der Studie, fĂŒr die aktuellen Tages- und Festgeldzinsen von mehr als 800 Banken und Sparkassen ausgewertet wurden. «Der Konkurrenzkampf an der Spitze des Marktes nimmt dadurch immer mehr Fahrt auf.»

Den höchsten Tagesgeldzins biete die Digitalbank Revolut. Hier erhalten Neukunden fĂŒr bis zu vier Monate 4,25 Prozent, jedoch gelten mehrere Nebenbedingungen. Zudem streichen Neukunden bei der Renault Bank 4,1 Prozent und bei Chase, dem deutschen Ableger der US-Großbank J.P. Morgan, 4 Prozent Zinsen fĂŒr je vier Monate ein. Die niederlĂ€ndische Ayvens Bank bietet ebenfalls 4 Prozent, allerdings nur fĂŒr 3 Monate. 

AuslÀndische Banken streben in Markt

Hintergrund sind hohe Kapitalmarktzinsen und die Aussicht auf höhere Leitzinsen der EuropÀischen Zentralbank (EZB). Unter Smartphone-Banken und auslÀndischen Banken, die in den deutschen Markt drÀngen, ist ein verschÀrfter Wettbewerb um Sparer ausgebrochen. 

Allerdings haben viele Tagesgeldangebote im Kleingedruckten Bedingungen. «Bei vielen Neukundenangeboten sinken die Zinsen nach den ersten Monaten so stark, dass Sparer dann erneut die Banken wechseln mĂŒssen, um weiterhin lukrative ErtrĂ€ge zu erzielen», sagt Oliver Maier, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Verivox Finanzvergleich GmbH. Daher lohne es, auf die Bestandszinsen zu achten.

Anders als fĂŒr Neukunden sind diese nur wenig gestiegen, zeigt die Studie. Bundesweit verfĂŒgbare Angebote standen im Juni bei 1,33 Prozent, aktuell bringen sie im Schnitt 1,4 Prozent. 

Festgeldzinsen höher als EZB-Leitzins

Besser sieht es bei Festgeld aus. Anfang Juni lagen die Zinsen hier mit zwei Jahren Laufzeit bei im Schnitt 2,32 Prozent, aktuell sind es 2,55 Prozent - mehr als der Einlagenzinssatz der EZB. Banken bieten Festgeldsparern also höhere Zinsen, als sie selbst erhalten, wenn sie Kundengelder bei der Notenbank parken. «Banken nutzen fest angelegte Spargelder zur Gegenfinanzierung ihrer ausgegebenen Kredite und verdienen an der Zinsdifferenz», erklÀrt Maier.

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