Wirtschaftsweiser, Anstieg

Wirtschaftsweiser fĂŒrchtet deutlichen Anstieg der SozialbeitrĂ€ge

10.07.2025 - 00:00:00

Der Wirtschaftsweise Martin Werding rechnet damit, dass die SozialbeitrÀge auf 50 Prozent des Bruttoeinkommens steigen könnten.

"Die aktuelle Entwicklung ist atemberaubend: Wegen der fortschreitenden demografischen Alterung hĂ€lt der AufwĂ€rtstrend ohne Reformen in den 2030er Jahren unverĂ€ndert an", sagte Werding der "Rheinischen Post" (Donnerstagausgabe). "Die Frage ist nicht, ob die BeitragssĂ€tze irgendwann 50 Prozent erreichen, sondern wann das geschieht." Schon 2026 erwartet der Bochumer Ökonom die nĂ€chste Beitragserhöhung.

"Zum Jahresanfang haben die KrankenversicherungsbeitrĂ€ge im Durchschnitt die 17-Prozent-Marke geknackt. Seither haben mehrere Kassen ihre ZusatzbeitrĂ€ge schon wieder angehoben, aktuell dĂŒrfte der Durchschnitt bei 17,5 Prozent liegen. Die Summe aller SozialbeitrĂ€ge dĂŒrfte sich im laufenden Jahr von 42 Prozent auf 43 Prozent erhöhen, denn auch in der Pflegeversicherung ist zum Jahreswechsel mit einer neuerlichen Anhebung zu rechnen." SpĂ€ter könnte seiner Ansicht nach auch die Rentenkasse betroffen sein. "2027 oder spĂ€testens 2028 steigen auch die RentenbeitrĂ€ge, die jetzt lange Zeit bei 18,6 Prozent konstant geblieben sind, sprunghaft auf annĂ€hernd 20 Prozent", so Werding. "Damit ist bis zum Ende dieser Legislaturperiode eine Abgabenbelastung von 45 Prozent in Sicht." Werding mahnt durchgreifende Reformen an. "Was derzeit an Maßnahmen zur Verbesserung der Einnahmen diskutiert wird - Anhebungen von Beitragsbemessungsgrenzen, Einbeziehung von Beamten in die Sozialversicherungen - reicht zur BewĂ€ltigung dieser Dynamik bei weitem nicht aus", sagte er. "Teilweise reißt es einfach Löcher an anderer Stelle auf - etwa in den Haushalten der LĂ€nder, die die Mehrzahl der Beamten beschĂ€ftigen." Nötig seien "Diskussionen ĂŒber die Ausgabenentwicklung, ĂŒber die Zielgenauigkeit bestehender Leistungen und aktueller PlĂ€ne - wie der Haltelinie fĂŒr das Sicherungsniveau gesetzlicher Renten oder der MĂŒtterrente - sowie ĂŒber die Effizienz von Gesundheitsversorgung und Pflege", so Werding.

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