ElektromobilitÀt, E-Auto-Förderung

ZDK erwartet deutlich mehr neue E-Autos und mahnt stabile Förderung

Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 01:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe erwartet 2026 deutlich mehr neue E-Autos in Deutschland und sieht vor allem private KĂ€ufer als Treiber. Zugleich mahnt Verbandschef Thomas Peckruhn verlĂ€ssliche staatliche Förderung und verweist auf Strompreise und Ladeinfrastruktur als zentrale HĂŒrden.

E-Auto-VerkÀufe steigen krÀftig - Verband will VerlÀsslichkeit
Autoproduktion (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) rechnet fĂŒr das Jahr 2026 mit rund 817.000 neuen vollelektrischen Pkw auf Deutschlands Straßen. Das sind 109.000 Fahrzeuge mehr, als der Verband noch zu Jahresbeginn prognostiziert hatte, und etwa 50 Prozent mehr als im Jahr 2025.

Starker Zuwachs bei privaten KĂ€ufen

ZDK-PrĂ€sident Thomas Peckruhn sieht den Markt fĂŒr Elektroautos deutlich dynamischer als bislang angenommen. Besonders krĂ€ftig legen demnach die privaten KĂ€ufe zu: Auf Grundlage einer Umfrage unter den Mitgliedsbetrieben erwartet der Verband mehr als 370.000 private E-Auto-Neuzulassungen im Jahr 2026, doppelt so viele wie im Vorjahr. Der Zuwachs bei E-Autos geht zulasten der VerkĂ€ufe von Verbrennern, deren Anteil entsprechend sinkt.

FörderprÀmie als wichtiger Treiber

Als einen wesentlichen Grund fĂŒr die steigenden Verkaufszahlen nennt der ZDK die E-Auto-PrĂ€mie der Bundesregierung. Peckruhn fordert die Politik auf, angesichts der hohen Zulassungszahlen fĂŒr VerlĂ€sslichkeit zu sorgen. Die Förderung dĂŒrfe nicht Monate vor dem geplanten Endtermin auslaufen, nur weil das dafĂŒr vorgesehene Budget von drei Milliarden Euro ausgeschöpft sei.

Der Verbandschef warnt vor einem „Windhundrennen“ um die letzten Fördermittel und betont die Bedeutung frĂŒhzeitiger Information fĂŒr HĂ€ndler und KĂ€ufer. Eine abrupte Änderung der Rahmenbedingungen könne die Investitionsbereitschaft erheblich beeintrĂ€chtigen.

Forderung nach Klarheit ĂŒber die Zeit nach 2027

Peckruhn dringt darauf, dass die Bundesregierung spÀtestens Ende 2027 öffentlich klÀrt, wie es mit der E-Auto-PrÀmie weitergehen soll. Aus Sicht des ZDK sind langfristige Signale entscheidend, damit sich Kunden und Betriebe an den Förderbedingungen orientieren können und ihre Planungen nicht durch kurzfristige Kurswechsel gestört werden.

Zugleich macht der Verband deutlich, dass Förderung allein nicht ĂŒber die Zukunft der ElektromobilitĂ€t entscheidet. Die Umfrage unter den ZDK-HĂ€ndlern zeigt, dass andere Faktoren inzwischen als schwerer wiegende HĂŒrden wahrgenommen werden.

Hohe Strompreise als grĂ¶ĂŸtes Hindernis

Nach den Angaben des Verbandes betrachten die befragten AutohĂ€ndler die hohen Strompreise in Deutschland aktuell als grĂ¶ĂŸtes Hindernis fĂŒr eine noch raschere Verbreitung von Elektrofahrzeugen. Die laufenden Energiekosten beeinflussen die Gesamtwirtschaftlichkeit eines E-Autos und können trotz KaufprĂ€mie Kaufentscheidungen bremsen.

An zweiter Stelle folgen Bedenken zur Ladeinfrastruktur. HĂ€ndler sehen Nachholbedarf beim Ausbau von Lademöglichkeiten, insbesondere im öffentlichen Raum und bei Wohnsituationen ohne eigene Garage oder Carport. Aus Sicht des ZDK mĂŒssen Förderung, Energiepreise und Infrastruktur zusammen gedacht werden, damit der prognostizierte Markthochlauf langfristig tragfĂ€hig bleibt.

Die deutlich nach oben korrigierte Absatzprognose des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) fĂŒr vollelektrische Pkw im Jahr 2026 fĂ€llt in eine Phase, in der die ElektromobilitĂ€t in Deutschland an Fahrt gewinnt, aber weiterhin von politischen Rahmenbedingungen und Energiepreisen abhĂ€ngt. Der starke Zuwachs privater KĂ€ufe signalisiert eine Verschiebung im Markt: Weg von ĂŒberwiegend gewerblichen Flotten hin zu einer breiteren gesellschaftlichen Akzeptanz, die sich in Alltag und Konsumgewohnheiten niederschlĂ€gt.

Politische Rahmenbedingungen und Förderlogik

Die Forderung des ZDK nach VerlĂ€sslichkeit zielt auf die Ausgestaltung der staatlichen E-Auto-PrĂ€mie und einen klaren Zeitplan fĂŒr deren FortfĂŒhrung oder Auslaufen. Hintergrund ist, dass abrupte Änderungen bei Förderprogrammen in der Vergangenheit zu KaufzurĂŒckhaltung oder kurzfristigen „Vorzieheffekten“ gefĂŒhrt haben, wenn Verbraucherinnen und Verbraucher auf letzte Förderfenster spekulierten. FĂŒr den Handel bedeuten solche SprĂŒnge schwer kalkulierbare Nachfrage und erhöhte wirtschaftliche Risiken. Planbare und frĂŒh kommunizierte Entscheidungen sollen dem entgegenwirken.

Dass die HĂ€ndler hohe Strompreise als zentrales Hemmnis nennen, verweist auf die zunehmende Bedeutung der Betriebskosten: Selbst bei attraktiven Anschaffungskonditionen kann ein Elektroauto gegenĂŒber einem Verbrenner im Alltag unattraktiv erscheinen, wenn Ladestrom teuer bleibt. Damit verschiebt sich die politische Debatte von reiner Kaufförderung hin zu Energiepreisgestaltung und Netz- sowie Infrastrukturpolitik.

Strukturelle Folgen fĂŒr Markt und Infrastruktur

Der prognostizierte Anstieg auf 817.000 neue vollelektrische Pkw im Jahr 2026 und der gleichzeitige RĂŒckgang bei Verbrennern beschleunigen einen technologischen Strukturwandel im Automobilmarkt. Hersteller und HĂ€ndler mĂŒssen ihr Angebot, WerkstattkapazitĂ€ten und Qualifikationen stĂ€rker auf Elektrofahrzeuge ausrichten. Parallel steigt der Druck auf den Ausbau der öffentlichen und halböffentlichen Ladeinfrastruktur, insbesondere in dicht besiedelten Regionen und bei Wohnformen ohne eigenen Stellplatz.

FĂŒr Leserinnen und Leser bedeutet dies, dass Kaufentscheidungen fĂŒr ein Fahrzeug kĂŒnftig noch stĂ€rker mit Fragen nach VerfĂŒgbarkeit von Lademöglichkeiten, Stromtarifen und politischer Planungssicherheit verknĂŒpft sind. Je klarer die Bundesregierung kommuniziert, wie lange und in welcher Form sie den Markthochlauf unterstĂŒtzt, desto eher lassen sich langfristige Investitionen in Fahrzeuge und Ladepunkte verantwortungsvoll treffen.

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