Bahn, Beschäftigte

Deutsche Bahn: 2.000 Beschäftigte erhalten Bodycams ab Juli

01.07.2026 - 23:42:01 | boerse-global.de

Die Deutsche Bahn rüstet 2.000 Mitarbeiter im Fernverkehr mit Bodycams aus, um die Sicherheit zu erhöhen und Beweise bei Übergriffen zu sichern.

Deutsche Bahn stattet Fernverkehrspersonal mit Bodycams aus
Bahn - Nahaufnahme einer Bodycam, die an einer Uniform befestigt ist, mit einem unscharfen Hintergrund, der einen Zug oder Bahnhof andeutet. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

000 Beschäftigte im Fernverkehr schrittweise mit Bodycams aus. Die Maßnahme ist Teil eines umfassenden Sicherheitspakets nach einer Zunahme von Übergriffen auf das Personal.

Freiwillige Nutzung mit klaren Regeln

Betroffen sind vor allem Zugbegleiter, Mitarbeiter der Bordgastronomie und das Personal in den DB Lounges. Die Nutzung der Kameras ist für die Beschäftigten freiwillig. Vor dem ersten Einsatz wurden alle Mitarbeiter im Umgang mit der Technik geschult.

Die Kameras sollen deeskalierend wirken und bei Übergriffen Beweise sichern. Eine Dauerüberwachung findet nicht statt. Die Geräte werden nur in Eskalationssituationen aktiviert – und die Aufnahme muss den Betroffenen vorher angekündigt werden.

Die gespeicherten Bilddaten werden nach 72 Stunden gelöscht, sofern kein Vorfall gemeldet wurde. Zugriff auf das Material hat ausschließlich die Bundespolizei. Für das dritte Quartal 2026 ist zudem die Einführung von Tonaufnahmen geplant.

Management und Betriebsrat an einem Strang

Vorstandsmitglieder der Bahn betonen: Reisen im Fernverkehr seien grundsätzlich sicher. Die Bodycams seien aber ein wichtiger Baustein im Sicherheitskonzept. Die Konzernleitung hatte nach einem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter im Februar 2026 angekündigt, alle Beschäftigten mit Kundenkontakt entsprechend auszurüsten.

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Der Gesamtbetriebsrat unterstützt die Einführung ausdrücklich. Besonders die Freiwilligkeit der Nutzung wird als zentraler Punkt für die Belegschaft hervorgehoben.

Der Aktionsplan umfasst weitere Maßnahmen: 200 zusätzliche Sicherheitskräfte werden eingestellt. Auch die technische Weiterentwicklung von Hilferufknöpfen für das Personal läuft.

Auch Frankfurter Stadtpolizei testet Bodycams

Parallel zur Bahn-Initiative hat die Stadtpolizei in Frankfurt am Main Anfang Juli eine Testphase für Bodycams gestartet. Auch hier erfolgt die Nutzung freiwillig und anlassbezogen auf Knopfdruck.

Der Hessische Datenschutzbeauftragte Roßnagel betont: Der Einsatz sei nur bei überwiegendem Sicherheitsinteresse zulässig. Eine offene und anlassbezogene Nutzung sei rechtlich vertretbar. Eine dauerhafte Aufzeichnung lehnt er ab. Tonaufnahmen würden derzeit noch kritisch betrachtet, könnten aber unter bestimmten gesetzlichen Regelungen künftig gerechtfertigt sein.

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Hintergrund: Über 3.000 Angriffe im Jahr 2025

Die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen reagieren auf eine alarmierende Statistik. Behörden und die Bahn berichten von über 3.000 Angriffen auf Bahnbeschäftigte im Jahr 2025.

Ein besonders schwerer Vorfall bei Kaiserslautern im Februar 2026 – ein Zugbegleiter wurde tödlich verletzt – führte schließlich zu einem gemeinsamen Aktionsplan von Bund, Ländern, Gewerkschaften und der Verkehrsbranche. Ziel: mehr Sicherheit für Personal und Reisende durch verstärkte Videoüberwachung und besseres technisches Equipment.

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