Bezug des Treibhausgases SF6 um 3,4 Prozent gesunken
27.06.2024 - 08:39:51Die im Jahr 2023 von deutschen Unternehmen bezogene Menge SF6 entspricht laut Destatis 16,6 Millionen Tonnen CO2-Ăquivalenten, wobei SF6 zum GroĂteil in geschlossenen Systemen verwendet und nur in geringem MaĂ in die AtmosphĂ€re freigesetzt wird. Im lĂ€ngerfristigen Trend seit 2016 (1.142,2 Tonnen SF6) sank die SF6-Abgabe um mehr als ein Drittel (-38,0 Prozent). SF6 wurde im Jahr 2023 mit einer abgegebenen Menge von 389,4 Tonnen (55,0 Prozent) hauptsĂ€chlich in der Elektroindustrie, beispielweise in elektrischen Schaltanlagen, und im Apparatebau eingesetzt. Im Vorjahresvergleich sank die abgegebene Menge des Stoffes an diesen Bereich um 15,4 Prozent, so das Statistische Bundesamt. Weitere bedeutende Abnehmergruppen waren mit 101,2 Tonnen die ZwischenhĂ€ndler und mit 79,2 Tonnen die Halbleiterindustrie. Nach einem deutlichen Anstieg im Jahr 2022 (+58,6 Prozent zum Vorjahr) stieg die Abgabe an die Halbleiterindustrie 2023 damit Destatis zufolge um weitere 5,5 Prozent (+4,1 Tonnen). Die stĂ€rkste Zunahme von 3,5 auf 63,2 Tonnen (+1.721,0 Prozent) im Jahr 2023 verzeichneten jedoch die Energieversorger. SF6 wird unter anderem in WindrĂ€dern eingesetzt. Auch das Treibhausgas Stickstofftrifluorid (NF3) hat einen sehr hohen GWP-Wert von 16.100 und baut sich extrem langsam in der AtmosphĂ€re ab. Im Jahr 2023 wurden gemÀà der Statistik insgesamt 153,4 Tonnen NF3 hauptsĂ€chlich an die Halbleiterindustrie abgegeben, das entspricht 2,5 Millionen Tonnen CO2-Ăquivalenten. Im Vergleich zu 2022 verringerte sich die insgesamt abgegebene Menge um 15,5 Tonnen (-9,2 Prozent). Die an die Industrie abgegebene Menge an SF6 entspricht nicht der in die AtmosphĂ€re freigesetzten Emissionsmenge. Eine Freisetzung kann aber beispielweise bei der Entsorgung alter Schallschutzscheiben erfolgen. Direkt freigesetzt wurden im Jahr 2022 nach Berechnungen des Umweltbundesamtes zur nationalen Treibhausgas-Berichterstattung 2,01 Millionen Tonnen CO2-Ăquivalente SF6. Dies entsprach 0,3 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland von 750 Millionen Tonnen CO2-Ăquivalenten. NF3 hingegen wurde nach dieser Berechnung in sehr geringem MaĂ tatsĂ€chlich freigesetzt, nĂ€mlich in einer Menge von 0,02 Millionen Tonnen CO2-Ăquivalenten. FĂŒr die tatsĂ€chlich freigesetzte Menge liegen fĂŒr das Jahr 2023 nur vorlĂ€ufige Zahlen fĂŒr die fluorierten Treibhausgase insgesamt vor.


