Cyberangriffe auf deutsche Wirtschaft nehmen zu
28.08.2024 - 10:51:152023 lagen die Anteile noch bei 72 und acht Prozent. Zugleich ist der Schaden, der durch diese analogen und digitalen Angriffe entstand, von 205,9 Milliarden Euro um etwa 29 Prozent auf nun 266,6 Milliarden Euro gestiegen. Damit wird auch der bisherige Rekordwert von 223,5 Milliarden Euro aus dem Jahr 2021 ĂŒbertroffen. Dabei konnten 70 Prozent der Unternehmen, die Opfer wurden, Angriffe der organisierten KriminalitĂ€t zuordnen. Vor einem Jahr waren es erst 61 Prozent. AuslĂ€ndische Geheimdienste wurden mit 20 Prozent deutlich hĂ€ufiger als TĂ€ter genannt (2023: sieben Prozent). Zur wichtigsten Ausgangsbasis fĂŒr Angriffe auf die deutsche Wirtschaft hat sich China entwickelt. 45 Prozent der betroffenen Unternehmen konnten mindestens einen Angriff in das Land zurĂŒckverfolgen (2023: 42 Prozent). Auf Platz zwei liegt Russland mit 39 Prozent (2023: 46 Prozent). Zugenommen haben zugleich Angriffe aus osteuropĂ€ischen Staaten auĂerhalb der EU und Russland mit 32 Prozent (2023: 25 Prozent). RĂŒcklĂ€ufig sind demgegenĂŒber Angriffe aus Deutschland (20 Prozent, 2023: 29 Prozent). Laut der Studie sehen sich inzwischen zwei Drittel (65 Prozent) der Unternehmen durch Cyberattacken in ihrer Existenz bedroht, vor einem Jahr waren es noch 52 Prozent, 2021 sogar erst neun Prozent. Zugleich glaubt nur die HĂ€lfte (53 Prozent), dass ihr Unternehmen sehr gut auf Cyberangriffe vorbereitet ist. So waren 74 Prozent der Unternehmen von digitalem AusspĂ€hen von GeschĂ€ftsdaten betroffen oder vermutlich betroffen, ein Plus von vier Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Dabei berichten die von Datendiebstahl betroffenen Unternehmen deutlich hĂ€ufiger, dass Kundendaten (62 Prozent, +6 Prozentpunkte), Zugangsdaten oder Passwörter (35 Prozent, +12 Prozentpunkte) sowie geistiges Eigentum wie Patente und Informationen aus Forschung und Entwicklung (26 Prozent, +9 Prozentpunkte) entwendet wurden. Am hĂ€ufigsten sind weiterhin auch allgemeine Kommunikationsdaten wie E-Mails betroffen (63 Prozent, +1 Prozentpunkt). Seltener geht es um Finanzdaten (19 Prozent, -1 Prozentpunkt) sowie Daten von Mitarbeitern (16 Prozent, -17 Prozentpunkte). 70 Prozent der Unternehmen berichten von digitaler Sabotage von Systemen oder BetriebsablĂ€ufen (+7 Prozentpunkte), 60 Prozent vom AusspĂ€hen digitaler Kommunikation, etwa E-Mails, Messenger oder Videocalls (-1 Prozentpunkt). Deutlich zugenommen haben die meisten klassisch analogen Angriffe. So war zwar der Diebstahl von IT- und TelekommunikationsgerĂ€ten, von dem 62 Prozent betroffen oder vermutlich betroffen waren, mit -5 Prozentpunkten leicht rĂŒcklĂ€ufig. Allerdings gibt es ein Plus von 15 Prozentpunkten auf 50 Prozent beim Diebstahl von physischen Dokumenten, Mustern oder etwa Bauteilen und ein Plus von 13 Prozentpunkten auf 30 Prozent beim Abhören von Telefonaten oder Besprechungen vor Ort. Ebenfalls zugenommen - um neun Prozentpunkte auf 26 Prozent - hat die physische Sabotage von Systemen oder AblĂ€ufen.


