Immer mehr Cyberattacken aus Russland und China
01.09.2023 - 13:38:30Cyberangriffe auf Unternehmen in Deutschland werden immer hĂ€ufiger von Russland und China aus vorgenommen. Das geht aus einer Studie des Digitalverbands Bitkom hervor, die in Berlin veröffentlicht wurde. Bei einer reprĂ€sentativen Umfrage, fĂŒr die mehr als 1000 Unternehmen quer durch alle Branchen interviewt wurden, konnten 46 Prozent der betroffenen Unternehmen Angriffe nach Russland zuru?ckverfolgen (2021: 23 Prozent). 42 Prozent der attackierten Firmen sind sich sicher, dass sie aus China angegriffen wurden (2021: 30 Prozent).
Gut ein Drittel der angegriffenen Unternehmen (37 Prozent) konnte den geografischen Ursprung der Angriffe nicht ermitteln. 29 Prozent der Betroffenen sagen, sie seien von Deutschland aus angegriffen worden. 25 Prozent vermuten, dass die Angreifer in Osteuropa saĂen. Hacker mit bösen Absichten aus den USA (18 Prozent) und der EuropĂ€ischen Unionen (11 Prozent) spielten eine untergeordnete Rolle. Bei der Frage nach dem Ursprung der Cyberangriffe waren Mehrfachnennungen möglich.
Verfassungsschutz-VizeprÀsident Sinan Selen sagte, diese SelbsteinschÀtzungen der angegriffenen Unternehmen deckten sich mit den Erkenntnissen seiner Behörde. Bei der Analyse der Angriffe sei es möglich, eine Art Fingerabdruck der Angreifer zu ermitteln. «In vielen FÀllen können wir die Herkunft sehr prÀzise nachvollziehen, mitunter bis hin zu bestimmten Vierteln», von denen die Angriffe ausgingen.
Der Bitkom-Studie zufolge sind Cyberattacken inzwischen fĂŒr fast drei Viertel (72 Prozent) des gesamten Schadens verantwortlich, der der deutschen Wirtschaft durch Datendiebstahl, Sabotage und Industriespionage entsteht. Das entspreche rund 148 Milliarden Euro und sei ein deutlicher Anstieg zum Vorjahr, als nur 63 Prozent und damit rund 128 Milliarden Euro Cyberangriffen zugerechnet werden konnten. «Digitale Angriffe lassen sich von jedem Ort der Welt ausfu?hren. Und die Gefahr, von Polizei oder anderen Strafverfolgungsbehörden behelligt zu werden, ist in vielen LĂ€ndern gering oder nicht vorhanden», sagte Bitkom-PrĂ€sident Ralf Wintergerst.


