Arbeitsmarkt, Integration

Studie: Arbeitsmarkt leidet unter dreifacher Migrationswende

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Deutschland hat nach einer neuen Studie mit einer "dreifachen Migrationswende" zu kĂ€mpfen, die das fĂŒr die Zukunft wichtige ArbeitskrĂ€fte- und FachkrĂ€ftepotenzial stark verringert.Laut der Untersuchung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), ĂŒber welche die "Rheinische Post" (Dienstagsausgabe) berichtet, ist die Netto-Zuwanderung - der Saldo zwischen Zu- und Abwanderung - im vergangenen Jahr gegenĂŒber den Vorjahren um deutlich mehr als die HĂ€lfte auf 235.000 Personen gesunken.

Studie: Arbeitsmarkt leidet unter dreifacher Migrationswende
Bundesagentur fĂŒr Arbeit (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Das Institut beruft sich auf Zahlen des Statistischen Bundesamts und eigene Berechnungen. Demnach betrug der Wanderungssaldo 235.000 Personen im Jahr 2025. "Mit einer Ausnahme wÀhrend der Hochphase der Coronapandemie war das Niveau seit dem Jahr 2010 nicht mehr so niedrig", schreibt IW-Autor Wido Geis-Thöne. Im Jahr 2023 lag die Nettozuwanderung noch bei 663.000 Personen.

Das Institut nennt fĂŒr den RĂŒckgang drei GrĂŒnde und bezeichnet alle drei als Migrationswenden. Zum einen sei die Zahl der ErstantrĂ€ge von Asylbewerbern 2025 auf 113.000 gesunken - 2023 seien es noch 329.000 gewesen. Zweitens gebe es eine deutliche RĂŒckwanderung von Menschen aus den neuen EU-LĂ€ndern in ihre HeimatlĂ€nder. Die EU-Zuwanderer hĂ€tten 2023 bereits fĂŒnf Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Stellen in Deutschland ausgefĂŒllt, so das IW.

"Inzwischen ist jedoch eine starke RĂŒckwanderungsbewegung zu verzeichnen. Im Jahr 2025 haben 45.000 mehr Staatsangehörige der neuen EU-MitgliedslĂ€nder das Land verlassen als zugezogen sind und im Vorjahr waren es auch bereits 35.000. Hingegen war im Jahr 2023 noch eine Nettozuwanderung von rund 42.000 Personen zu verzeichnen", schreibt Geis-Thöne. Drittens hĂ€tten in den vergangenen drei Jahren mehr InlĂ€nder Deutschland den RĂŒcken gekehrt. "Der deutliche Anstieg von 74.000 auf 97.000 Personen zwischen den Jahren 2023 und 2025 kann ein Hinweis auf eine ungĂŒnstige Entwicklung sein", so die Studie.

Sollte es weiterhin zu einer stĂ€rkeren Abwanderung hoch qualifizierter FachkrĂ€fte kommen, "könnte dies nicht nur unmittelbar die bestehenden EngpĂ€sse am Arbeitsmarkt verstĂ€rken, sondern auch die Innovationskraft der Wirtschaft und ihre lĂ€ngerfristigen Entwicklungspotenziale einschrĂ€nken", warnt der IW-Forscher. "Daher sollte die AttraktivitĂ€t Deutschlands als Wohn- und Arbeitsort fĂŒr FachkrĂ€fte weiter gestĂ€rkt oder zumindest erhalten werden. Dazu zĂ€hlt insbesondere auch eine Begrenzung der Belastung durch Steuern und Abgaben."

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