ROUNDUPIndex, Geschlechtergleichstellung

Deutschland weit vorn

12.06.2024 - 11:28:38

Deutschland ist beim BemĂŒhen um Chancengleichheit fĂŒr MĂ€nner und Frauen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft nach einem neuen Bericht unter den besten zehn LĂ€ndern der Welt.

Die Bundesrepublik liegt im Index zur Geschlechtergleichheit der Stiftung Weltwirtschaftsforum (WEF) auf Platz sieben, nach Platz sechs vor einem Jahr. Deutschland ist nach diesen Berechnungen von Nicaragua ĂŒberholt worden. Insgesamt hĂ€tte die Welt noch einen langen Weg vor sich, wenn es im selben Schneckentempo weiterginge wie bisher, berichtete das WEF am Mittwoch.

"Es wĂŒrde bei gleichbleibenden Fortschritten immer noch fĂŒnf Generationen dauern, bis die Geschlechterdifferenz behoben ist", teilte das WEF mit. "Wir können nicht bis zum Jahr 2158 warten", meinte WEF-GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Saadia Zahidi. "Jetzt ist der Zeitpunkt fĂŒr entscheidendes Handeln."

Weltweit sei die Geschlechterdifferenz zu 68,5 Prozent geschlossen, nur 0,1 Prozentpunkte besser als vor einem Jahr. 100 Prozent wĂ€re gleichbedeutend mit der Gleichstellung der Geschlechter. In den Bereichen KĂŒnstliche Intelligenz sowie Wissenschaft, Technik Ingenieurwesen und Mathematik sei der Unterschied weiterhin besonders groß. Insgesamt machten Frauen nach dem Bericht 42 Prozent aller ArbeitskrĂ€fte aus, waren aber nur in 31,7 Prozent der Spitzenpositionen.

Der erste Platz geht erneut an Island, mit 93,5 Prozent, gefolgt von Finnland, Norwegen, Neuseeland, Schweden. FĂŒr Deutschland betrug der Wert 81 Prozent. WĂ€hrend Deutschland im Teilindex "Politische Teilhabe" gut abschneidet auf Platz 6, liegt es im Teilindex "Wirtschaftliche Teilhabe und Chancengleichheit" auf Platz 82.

Beim Teilindex Bildung setzt das WEF Deutschland sogar nur auf Platz 91, weit hinter Botswana, Sri Lanka oder RumÀnien. Es konstatiert ein Problem bei MÀdchen in der Sekundarstufe, also nach der Grundschule, wo Deutschland auf Platz 126 von 146 LÀndern eingeordnet wird. NÀhere ErlÀuterungen konnte das WEF auf Nachfrage nicht liefern. Man beziehe sich auf Daten der UN-Organisation Unesco. Der Unterschied zu LÀndern, die vor Deutschland lÀgen, sei gering. Das WEF erstellt den Bericht seit 2006.

@ dpa.de