18,4 Milliarden Euro
04.01.2024 - 16:56:55 | dpa.deDas sind rund 40 Prozent mehr als 2022, wie die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) am Donnerstag in Berlin mitteilte. Die DEHSt ist beim Umweltbundesamt angesiedelt.
MaĂgeblicher Treiber war den Angaben zufolge das nationale Emissionshandelssystem fĂŒr WĂ€rme und Verkehr. Dort wurden deutlich mehr Zertifikate verkauft als 2022, so dass die Einnahmen um 67 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro stiegen. Die Einnahmen aus dem europĂ€ischen Emissionshandel kletterten um zwölf Prozent auf 7,7 Milliarden Euro.
Einnahmen flieĂen in Klima- und Transformationsfonds
Das Geld flieĂt vollstĂ€ndig in den Klima- und Transformationsfonds (KTF), aus dem Energiewende- und Klimaschutz-MaĂnahmen finanziert werden. Mit dem Geld wird laut Bundesregierung unter anderem die energetische GebĂ€udesanierung, die Dekarbonisierung der Industrie sowie der Ausbau der Erneuerbaren Energien, der ElektromobilitĂ€t und der Ladeinfrastruktur gefördert.
Der massive Anstieg bei den verkauften Zertifikaten im nationalen Handel ist laut Handelsstelle nicht auf gestiegene Emissionen im Verkehrs- und GebĂ€udebereich zurĂŒckzufĂŒhren. Auf Basis vorlĂ€ufiger SchĂ€tzungen gehe man fĂŒr 2023 von sinkenden Emissionen gegenĂŒber 2022 aus. UrsĂ€chlich fĂŒr den Anstieg sei vielmehr der groĂe Nachholbedarf von Unternehmen gewesen. Sie hĂ€tten nach der Entscheidung der Politik, den CO2-Preis 2023 nicht anzuheben, den Kauf ihrer Zertifikate auf 2023 verschoben. Der Festpreis lag in den Jahren 2022 und 2023 einheitlich bei 30 Euro je Zertifikat.
"Die CO2-Bepreisung ĂŒber den Emissionshandel ist ein entscheidender Hebel, um die gesetzlichen Klimaziele zu erreichen", betonte der PrĂ€sident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner. In Deutschland seien bereits ĂŒber 85 Prozent der Emissionen vom Emissionshandel erfasst. Dies setze maĂgebliche Impulse fĂŒr den klimaschonenden Umbau der Gesellschaft.
UBA-PrĂ€sident fordert zĂŒgige EinfĂŒhrung des Klimageldes
"Entscheidend ist, dass die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung vollstĂ€ndig fĂŒr eine aktive sozial- und wirtschaftspolitische Flankierung der klimaneutralen Transformation eingesetzt werden", sagte Messner weiter. Messner forderte in diesem Zusammenhang erneut eine zĂŒgige EinfĂŒhrung des von der Koalition geplanten Klimageldes, "um einen Ausgleich fĂŒr die privaten Haushalte auch bei weiter steigenden CO2-Preisen sicherzustellen".
Vor dem Hintergrund des Klimawandels soll die Bepreisung von Kohlendioxid Wirtschaft und Verbrauchern einen Anreiz geben, weniger fossile Brennstoffe zu verwenden. Kraftwerke, groĂe Industrieanlagen und der innereuropĂ€ische Luftverkehr benötigen die europĂ€ischen Berechtigungen - pro Tonne ausgestoĂenem CO2 mĂŒssen sie ein Zertifikat bei der Emissionshandelsstelle abgeben. Erwerben können sie diese Verschmutzungsrechte unter anderem bei Versteigerungen an der Energiebörse in Leipzig. Die Menge der verfĂŒgbaren Berechtigungen wird jĂ€hrlich gesenkt, um die Emissionen schrittweise immer stĂ€rker zu begrenzen.
EuropÀische Zertifikate kosteten 2023 im Schnitt 83,66 Euro
Die Preise fĂŒr die europĂ€ischen Zertifikate sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Kostete ein Zertifikat 2020 im Jahresdurchschnitt knapp 25 Euro pro Tonne CO2, wurden 2023 im Schnitt 83,66 Euro fĂ€llig. Der Höchstpreis der Zertifikate betrug im vergangenen Jahr 101,25 Euro.
Neben dem seit 2005 begonnenen europĂ€ischen Emissionshandel (EU-ETS) startete 2021 ein nationales Emissionshandelssystem (nEHS). Die sogenannte CO2-Abgabe soll helfen, den klimaschĂ€dlichen CO2-AusstoĂ in den Bereichen WĂ€rme und Verkehr zu senken. Bis 2022 waren zunĂ€chst nur die Hauptbrennstoffe Benzin, Diesel, Heizöl, FlĂŒssig- und Erdgas Teil des nEHS. Ab 2023 kamen alle weiteren fossilen Brennstoffe wie etwa Kohle dazu. Ab 2024 wird die Abgabe auch auf die Verbrennung von AbfĂ€llen erhoben. Die Kosten werden etwa bei den Gaslieferanten oder Unternehmen der Mineralölindustrie erhoben, die diese dann an die Verbraucherinnen und Verbraucher weiterreichen. Im Unterschied zu den europĂ€ischen Zertifikaten werden die nationalen derzeit nicht verknappt.
Die nationalen Zertifikate sind jetzt teurer geworden. 2024 kosten sie 45 Euro je Tonne. 2025 soll der Preis dann auf 55 Euro steigen.
Die beiden Handelssysteme beziehen sich grundsĂ€tzlich auf unterschiedliche Sektoren. Einige Unternehmen werden allerdings aufgrund ihrer breiten Handlungsfelder von beiden Systemen, dem europĂ€ischen und dem nationalen, erfasst. FĂŒr diesen Fall gibt es Mechanismen, die eine Doppelbelastung ausschlieĂen.
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