Deutschland, Energie

Netzagentur übt Krisenfall bei Gasknappheit - «Restrisiken»

21.09.2023 - 13:42:36

Deutschland ist laut Bundesnetzagentur besser auf die Gasversorgung im Winter vorbereitet als im Jahr zuvor. Für eine Entwarnung sei es aber noch zu früh. Warum?

Die Bundesnetzagentur probt am Donnerstag den Ernstfall einer Gasknappheit. Simuliert wird ganztägig eine Versorgungslage, bei der in Deutschland nicht mehr genügend Erdgas vorhanden ist, um alle gewünschten Bedarfe zu decken. In solch einem Fall muss die Behörde als sogenannter Bundeslastverteiler etwa entscheiden, bei welchen Firmen der Gasverbrauch eingeschränkt wird.

Die Bundesnetzagentur betonte, dass in der Übung berücksichtigt wurde, dass der lebenswichtige Bedarf von Haushaltkunden einem besonderen Schutz unterliege. Getestet werden unter anderem die Infrastruktur des Krisenstabs und die Kommunikationswege.

An der Übung nehmen auch das Bundeswirtschaftsministerium, mehrere Bundesländer und das Unternehmen Trading Hub Europe teil. Das Gemeinschaftsunternehmen der Fernleitungsbetreiber ist im deutschen Gasmarktgebiet unter anderem dafür zuständig, dass immer genügend Erdgas in den Leitungen ist. Außerdem nehmen 15 Netzbetreiber, 17 Industriekunden sowie Speicherbetreiber und Speichernutzer teil. Insgesamt sind rund 200 Personen in die Übung eingebunden, davon 70 bei der Netzagentur, wo ein Krisenzentrum aufgebaut wurde.

«Deutschland ist für diesen Winter deutlich besser vorbereitet als im vergangenen Jahr», sagte Behördenpräsident Klaus Müller. «Die Speicher sind gut gefüllt, die alternativen Quellen, über die wir Gas beziehen können, und die Einsparraten sind stabil.» Man könne durchaus optimistisch sein, für eine Entwarnung sei es aber noch zu früh. Es blieben Restrisiken. Die Übung helfe, auch auf unwahrscheinliche Szenarien gut vorbereitet zu sein.

Als Restrisiken nannte die Behörde etwa eine etwaige sehr kalte Wetterlage und die Gefahr ausbleibender russischer Gaslieferungen in die südosteuropäischen Staaten. Sie bezögen derzeit noch Gas über die Ukraine und müssten im Falle einer Mangellage über Deutschland mitversorgt werden. Denkbar sei auch der teilweise oder vollständige Ausfall von Erdgasleitungen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

«Herzlich und offen»: Merz beim saudischen Kronprinzen. Jetzt wird der Kronprinz von Saudi-Arabien wieder hofiert. Auch Kanzler Merz startet bei seinem Besuch in Riad eine Charme-Offensive. Einst wurde er vom Westen wegen eines Mordfalls geächtet. (Ausland, 05.02.2026 - 00:38) weiterlesen...

Merz will strategische Partnerschaft mit Golfregion ausbauen. Zum Auftakt trifft er jemanden, den westliche Regierungschefs lange geschnitten haben. Der Kanzler will die Abhängigkeit von China oder den USA verringern und ist deswegen in der Golfregion unterwegs. (Ausland, 04.02.2026 - 18:32) weiterlesen...

Merz will engere Partnerschaft mit Golfstaaten. Dort geht es um die Stärkung der Partnerschaften – auch in einem heiklen Bereich. Nach der Zuspitzung des Konflikts im und um den Iran besucht der Kanzler Länder am anderen Ufer des Persischen Golfs. (Ausland, 04.02.2026 - 14:54) weiterlesen...

Was Kanzler Merz in der Golfregion vorhat. Dort geht es um die Stärkung der Partnerschaften - auch in einem heiklen Bereich. Nach der Zuspitzung des Konflikts im und um den Iran besucht der Kanzler Länder am anderen Ufer des Persischen Golfs. (Ausland, 04.02.2026 - 04:30) weiterlesen...

Bund steigt bei Stromnetzbetreiber Tennet ein. Hintergrund ist der Ausbau der Stromnetze. Es ist eine strategische Beteiligung: Der Bund übernimmt einen Anteil am Übertragungsnetzbetreiber Tennet Deutschland. (Wirtschaft, 03.02.2026 - 16:13) weiterlesen...

Bund steigt bei Stromnetzbetreiber Tennet Deutschland ein. Hintergrund ist der Ausbau der Stromnetze. Es ist eine strategische Beteiligung: Der Bund übernimmt einen Anteil am Übertragungsnetzbetreiber Tennet Deutschland. (Wirtschaft, 03.02.2026 - 14:46) weiterlesen...