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'Deutschland ist zurück'

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 16:59 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Bundesregierung sieht Deutschland nach dem ersten Investitionsgipfel und Jahren der wirtschaftlichen Schwäche auf einem guten Weg.

"Es passiert was in Deutschland", sagte Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD). "Ich würde sogar sehr klar sagen: Deutschland ist zurück."

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte: "Wir sind entschlossen, Deutschland einen großen Schub zu geben." Merz und Klingbeil sagten den Investoren zu, den Reformkurs fortzusetzen.

Der Kanzler sprach von einer sehr erfolgreichen Investorenkonferenz. Die Bundesregierung werde dies wiederholen. Ziel war es, mehr private Investoren nach Deutschland zu locken.

Der Investitionsgipfel hatte am Montagabend in einem stillgelegten Kraftwerk in Berlin begonnen, Schauplatz des zweiten Tages war eine private Wirtschaftshochschule. Nach Regierungsangaben nahmen rund 200 internationale und deutsche Vorstandschefs teil.

Merz: Milliarden-Investitionen

Der Kanzler sprach von Milliarden-Investitionen in Deutschland. "Insgesamt sind bis heute von diesen Investoren, die wir gesehen und gesprochen haben, rund 230 Milliarden Euro an Investitionen zugesagt worden." Er nannte als Beispiel die Ankündigung von Amazon US0231351067, rund 16 Milliarden Euro in Deutschland zu investieren.

Merz sprach weiter vom US-Chiphersteller Nvidia US67066G1040, der deutschen Schwarz-Gruppe, dem deutschen Energiekonzern RWE DE0007037129, der US-Investmentgesellschaft Blackstone US09253U1088, dem US-Technologiekonzern Microsoft US5949181045 und dem französischen Pharmakonzern Sanofi FR0000120578. "Die Liste ist lang und umfangreich. Deutschland ist ein guter Standort für Investitionen."

In welchem Zusammenhang die Zusagen genau stehen und ob welche davon auch unabhängig vom Investitionsgipfel getätigt wurden, blieb offen.

Das Bundeswirtschaftsministerium nannte eine Summe von 228,6 Milliarden Euro als Umfang allein der größten Investitionsprojekte in Deutschland im Jahr 2026. Die neuen Daten seien beim Investitionsgipfel vorgestellt worden. Davon entfielen 95,5 Milliarden Euro auf ausländische Unternehmen. Zur Berechnung seien über 70 Investitionsprojekte mit einem Volumen von jeweils mehr als 100 Millionen Euro identifiziert worden.

Die Handelsplattform Amazon kündigte an, das Geld soll unter anderem in den Ausbau von Rechenzentren für den Cloud-Anbieter AWS und die Modernisierung der Logistikstandorte fließen.

"Werden dem Vertrauen gerecht werden"

Merz hatte am Morgen gesagt, dass die Unternehmensinitiative "Made for Germany" bis 2028 mehr als 800 Milliarden Euro am Standort Deutschland investieren will - diese Zahl hatte die Initiative aber bereits Ende September bekanntgegeben.

"Ich bin den Investoren für ihr Vertrauen in unser Land dankbar", sagte Merz. "Wir wollen und wir werden diesem Vertrauen gerecht werden."

Die Bundesregierung werde die Bedingungen für Investitionen in Deutschland weiter verbessern, zum Beispiel durch weniger Bürokratie und schnellere Genehmigungen. Merz sprach von einem der ehrgeizigsten Reform- und Modernisierungsprogramme der letzten Jahrzehnte.

Geplant sind auch Reformen der Sozialsysteme, um Sozialausgaben zu stabilisieren sowie Flexibilisierungen im Arbeitsmarkt. Allerdings sind in der schwarz-roten Koalition Vorhaben etwa bei der Rentenreform umstritten.

"Müssen uns weiter anstrengen"

Klingbeil sagte, Deutschland sei wieder auf einem Wachstumspfad. "Wir müssen uns weiter anstrengen." Strukturreformen müssten beschlossen werden. Am Morgen hatte sich Klingbeil verschmitzt an die versammelten Unternehmensgrößen gewandt mit der Ankündigung: "Ich will Ihr Geld."

Die Bundesregierung erwartet nach Jahren der wirtschaftlichen Schwächephase in diesem Jahr wieder ein deutlich höheres Wachstum von 1,3 Prozent. Dieses wird maßgeblich getrieben von Milliarden-Ausgaben des Staates auf Pump zur Modernisierung der Infrastruktur sowie zur Verteidigung.

Neben den staatlichen Ausgaben gelten private Investitionen als entscheidend. "Investitionen sind ein wichtiger Schlüssel für die Zukunft unseres Landes, für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit", sagte Merz. Damit gingen mehr Arbeitsplätze, mehr Produktion und mehr Dienstleistungen einher.

DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier sagte, die Investitionstätigkeit in Deutschland bleibe deutlich zu schwach. "Im ersten Halbjahr 2026 lagen die privaten Investitionen noch immer rund elf Prozent unter dem Vor-Corona-Niveau."

"Konkurrenz schläft nicht"

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sagte, die Bundesregierung werde den Standort Deutschland weiter in der Welt bewerben müssen. "Denn die Konkurrenz schläft nicht." Auch andere Staaten hätten sehr erfolgreiche Investitionsgipfel veranstaltet. "Das heißt, wir befinden uns in einem Wettbewerb um Kapital."

Merz bemüht Klischees

Um die Stärken des Standorts hervorzuheben, nahm Merz bei seiner Rede am Morgen Klischees zu Hilfe: "Deutsche gelten als fleißig, gehen früh schlafen und stehen noch vor Sonnenaufgang auf", sagte er. Der Berufsverkehr sei morgens zwischen 6 und 7 Uhr am stärksten. "Im Urlaub sind wir die Ersten am Strand und legen schon vor dem Frühstück unsere Handtücher aus. Und wenn wir Liefertermine vereinbaren, dann halten wir diese auch ein."

Deutsche seien zuverlässig, berechenbar, präzise und für keine Überraschungen gut, sagte Merz. "Kurz gesagt: Wir sind genau das, was Investoren am meisten schätzen."

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