Deutschland, Hessen

Deutsche Börse kommt größtem Zukauf ihrer Geschichte näher

12.03.2026 - 14:37:13 | dpa.de

Deutschlands größter Börsenbetreiber kommt bei der Rekordübernahme der Fondsplattform Allfunds voran. Die Eigentümer des Unternehmens haben grünes Licht gegeben. Eine große Hürde steht aber noch aus.

Die Deutsche Börse setzt auf die Übernahme von Allfunds, um ihr Wachstum zu beschleunigen. (Archivbild) - Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Die Deutsche Börse kommt bei der geplanten größten Übernahme ihrer Geschichte voran. Die Aktionäre der spanisch-britischen Fondsplattform Allfunds haben der rund 5,3 Milliarden Euro schweren Offerte des Frankfurter Dax-Konzerns zu fast 100 Prozent zugestimmt, wie die Deutsche Börse mitteilte. Damit die Übernahme zustande kommen kann, war in einem gerichtlichen Verfahren eine Zustimmung von 75 Prozent nötig.

Allfunds mit einem verwalteten Vermögen von rund 1,7 Billionen Euro Ende 2025 bietet Fondsmanagern und -Vertrieben Systeme für den Handel und die Ausführung an. Hinzu kommen Instrumente für die Datenanalyse und Compliance-Dienstleistungen. 

Die beiden Großaktionäre von Allfunds, der Finanzinvestor Hellman & Friedman und die französische Bank BNP Paribas, hatten sich schon im Januar bereit erklärt, ihre Anteile an die Deutschen Börse zu verkaufen. 

Abschluss der Übernahme 2027 erwartet

Allerdings sind die Hürden für den Deal hoch: So stehen noch Genehmigungen von Behörden aus, insbesondere der Wettbewerbshüter bei der EU-Kommission. Der Vollzug der Übernahme wird erst 2027 erwartet. 

Börsenchef Stephan Leithner will mit dem Zukauf von Allfunds das Fondsgeschäft des Konzerns erweitern und einen «europäischen Investmentfonds-Champion» schaffen. Es wäre die größte Übernahme in der Geschichte des Unternehmens noch vor dem Kauf des dänischen Softwareanbieters Simcorp für 3,9 Milliarden Euro 2023.

Die Deutsche Börse setzt seit Jahren auf Übernahmen, um unabhängiger von Börsenschwankungen zu werden. Erst Mitte Februar verkündete Deutschlands größter Börsenbetreiber, dass er den Daten- und Indexanbieter ISS Stoxx für 1,1 Milliarden Euro komplett übernimmt.

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