Industrie, Umweltschutz

Daimler Truck hält CO2-Vorgaben der EU für existenzbedrohend

11.06.2026 - 04:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Deutschlands größter Lkw-Hersteller, Daimler Truck, sieht bei einer Verfehlung der CO2-Vorgaben der EU seine Existenz gefährdet.

Daimler Truck hält CO2-Vorgaben der EU für existenzbedrohend
Industrie - Lkw (Archiv) 11.06.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur
"Wenn wir die CO2-Ziele nicht einhalten können, muss Daimler Truck für jeden Prozentpunkt 120 Millionen Euro zahlen. Das ist für uns eine existenzielle Bedrohung", sagte Daimler-Truck-CEO Karin Radström dem Newsletter "Industrie und Handel" des "Politico".

Man wolle bei der Dekarbonisierung Vorreiter sein, beteuerte Radström. Die EU-Vorgaben bis 2030 seien aber wegen fehlender Ladeinfrastruktur und zu hoher Betriebskosten nicht zu schaffen.

Ähnlich äußerte sich der Geschäftsführer von Renault-Trucks Deutschland, Maximilian von Löbbecke. Die CO2-Ziele seien mit der bestehenden Ladeinfrastruktur nicht zu schaffen, sagte er dem Magazin. Die Strafzahlungen reichten dann bis über 300.000 Euro pro Fahrzeug. Dies könne für einige Hersteller existenzgefährdend sein.

Nach geltenden EU-Gesetzen müssen Lkw-Hersteller in ihren Flotten bis 2030 in einer ersten Stufe 45 Prozent CO2 einsparen. Schaffen sie das nicht, werden Strafen fällig. 2025 waren aber nur zwei Prozent aller schweren Lkw in Europa elektrisch. Dabei seien die E-Lastwagen längst verfügbar, erklärten beide Manager. Die Produktion könne skaliert werden - doch der Markt fehle.

"Wir sind bereit, jedes Segment zu elektrifizieren", sagte Radström. "Aber unsere Kunden können noch nicht sicher sein, dass sie die Lkw auch aufladen können, und sie benötigen wettbewerbsfähige Kosten gegenüber Diesel-Lkw."

Bei Lkw und Bussen sei Europa immer noch weltweit führend, so Radström. EU-Hersteller dominierten mit Ausnahme Asiens die meisten Märkte. Das alles stehe auf dem Spiel, wenn sich die Arbeitsweise der EU-Kommission und die Zusammenarbeit mit der Branche nicht ändere. In der EU sei diese Dringlichkeit nicht zu spüren.

Daimler Truck ist einer der größten Hersteller von Lastwagen und Bussen der Welt. Das Unternehmen macht rund 50 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigt rund 100.000 Menschen.

de | wirtschaft | 69518104 |

Weitere Meldungen

Koalitionsabgeordnete fordern mehr Macht des Staats bei KNDS Koalitionsabgeordnete fordern mehr Macht des Staats beim Panzerbauer KNDS, an dem sich der Bund mit 40 Prozent beteiligen will. (Politik, 13.06.2026 - 08:05) weiterlesen...

BDA-Präsident fordert Reformbeschlüsse bis Mitte Juli Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Rainer Dulger, dringt auf weitreichende Reformbeschlüsse innerhalb der nächsten vier Wochen. (Politik, 13.06.2026 - 06:10) weiterlesen...

Rheinmetall fürchtet Scheitern von Panzerprojekt mit Frankreich Der Vorstandschef von Deutschlands größtem Rüstungskonzern Rheinmetall, Armin Papperger, schließt nicht aus, dass Frankreich nach dem Aus für das deutsch-französische Kampfflugzeug FCAS auch beim Zukunftspanzer-Projekt MGCS aussteigt."Eine Gefahr ist immer da, aber es ist noch nichts entschieden", sagte Papperger der "Welt am Sonntag". (Sonstige, 13.06.2026 - 01:00) weiterlesen...

GKV-Sparpaket: Schnieder kritisiert Einschnitte für Pharmaindustrie Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) pocht auf Änderungen am geplanten Krankenkassen-Sparpaket.Er habe die Sorge, dass Einschnitte bei der Pharmaindustrie zu weniger Forschung in Deutschland führen könnten, sagte der CDU-Politiker dem "Interview der Woche" der ARD. (Sonstige, 12.06.2026 - 16:18) weiterlesen...

Bezug von Schwefelhexafluorid deutlich gesunken Deutsche Unternehmen haben im Jahr 2025 insgesamt 658,7 Tonnen des Treibhausgases Schwefelhexafluorid (SF6) bezogen. (Wirtschaft, 12.06.2026 - 08:11) weiterlesen...

BDA kritisiert Reform von EU-Nachhaltigkeitsberichterstattung Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hat die geplante Vereinfachung der EU-Richtlinie zur sogenannten Nachhaltigkeitsberichterstattung als unzureichend kritisiert.Brüssel habe zwar "wichtige Vereinfachungen auf den Weg gebracht", sagte BDA-Präsident Rainer Dulger der "Welt" (Freitagausgabe). (Wirtschaft, 12.06.2026 - 01:00) weiterlesen...