Hessen, Deutschland

Durchsuchungen bei der Deutschen Bank

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 11:29 Uhr | dpa.de

Deutschlands grĂ¶ĂŸtes Geldhaus muss wieder einmal StaatsanwĂ€lte und Steuerfahnder in seine RĂ€ume lassen. Es geht um lange zurĂŒckliegende GeschĂ€fte der inzwischen integrierten Postbank.

  • Ermittler durchsuchen Deutsche Bank in Frankfurt. (Archivbild) - Bild: Arne Dedert/dpa
    Ermittler durchsuchen Deutsche Bank in Frankfurt. (Archivbild) - Bild: Arne Dedert/dpa
  • Die Deutsche Bank hat die Postbank 2018 vollstĂ€ndig rechtlich integriert. (Symbolbild) - Bild: A. Dedert/M. Skolimowska/dpa
    Die Deutsche Bank hat die Postbank 2018 vollstÀndig rechtlich integriert. (Symbolbild) - Bild: A. Dedert/M. Skolimowska/dpa
Ermittler durchsuchen Deutsche Bank in Frankfurt. (Archivbild) - Bild: Arne Dedert/dpa Die Deutsche Bank hat die Postbank 2018 vollstÀndig rechtlich integriert. (Symbolbild) - Bild: A. Dedert/M. Skolimowska/dpa

Auf der Suche nach Beweisen fĂŒr fragwĂŒrdige AktiengeschĂ€fte aus frĂŒheren Postbank-Zeiten haben Ermittler die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt durchsucht. «Wir bestĂ€tigen, dass in den GeschĂ€ftsrĂ€umen der Deutschen Bank eine Maßnahme der Staatsanwaltschaft DĂŒsseldorf durchgefĂŒhrt wird», teilte ein Sprecher des grĂ¶ĂŸten deutschen Geldhauses in Frankfurt auf Anfrage mit. «Hierbei geht es nach unserer Kenntnis um GeschĂ€fte der Postbank aus den Jahren 2008 bis 2010.»

Die Staatsanwaltschaft DĂŒsseldorf erklĂ€rte: «Die Zentral- und Ansprechstelle fĂŒr die Verfolgung von Wirtschafts- und FinanzkriminalitĂ€t fĂŒhrt ein Ermittlungsverfahren, in dem heute in Frankfurt und anderenorts Durchsuchungen erfolgten.» Weitere AuskĂŒnfte wollte die Behörde mit Verweis auf das Steuergeheimnis nicht geben.

Cum-Cum-GeschÀfte im Fokus

Berichten von «Welt» und «Business Insider» sowie «SĂŒddeutscher Zeitung», WDR und NDR zufolge drehen sich die Ermittlungen um den Verdacht der Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Cum-Cum-GeschĂ€ften, bei denen Akteure im In- und Ausland Aktien deutscher Unternehmen rund um den Dividendenstichtag hin- und herschoben: Aktien wurden zeitweise an inlĂ€ndische Banken oder Fonds ĂŒbertragen, die sich - anders als auslĂ€ndische Anleger - die fĂ€llige Kapitalertragsteuer erstatten lassen konnten.

Cum-Cum-GeschĂ€fte gelten als großer Bruder der Cum-Ex-Aktiendeals. WĂ€hrend es bei Cum-Ex um die Erstattung gar nicht gezahlter Kapitalertragsteuern ging, generierten Banken bei Cum-Cum-Deals Steuervorteile fĂŒr auslĂ€ndische Inhaber deutscher Aktien. Dem Fiskus entstand geschĂ€tzt ein Schaden von 28 Milliarden Euro - weit höher als bei Cum-Ex-GeschĂ€ften.

Deutsche Bank als Rechtsnachfolgerin der Postbank

Nach Informationen von «SZ», NDR und WDR fĂŒhrt die DĂŒsseldorfer Staatsanwaltschaft im konkreten Fall zehn ehemalige Topmanager der Postbank als Beschuldigte. Sie sollen dafĂŒr verantwortlich sein, dass die Postbank falsche oder unvollstĂ€ndige KörperschaftsteuererklĂ€rungen abgegeben hat. Die Fahnder gehen demnach von einem Schaden von mehr als 350 Millionen Euro aus.

Die Deutsche Bank ist in diesem Fall als Rechtsnachfolgerin der Postbank Ziel von Durchsuchungen. Der Dax-Konzern war 2008 bei dem Bonner Institut eingestiegen, hatte sich 2010 die Aktienmehrheit gesichert und schließlich 2018 die Postbank vollstĂ€ndig rechtlich integriert. Die Deutsche Bank sicherte zu, «vollumfĂ€nglich» mit den Behörden zusammenzuarbeiten. «Wir bitten um VerstĂ€ndnis, dass wir uns darĂŒber hinaus nicht Ă€ußern.»

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