Geldvermögen, Deutschland

Privates Geldvermögen ĂŒberschreitet 10-Billionen-Marke

02.01.2026 - 05:25:09 | dpa.de

Deutschlands Privathaushalte werden in Summe immer reicher. AktionÀre profitieren besonders. Weil die Menschen aber auch sonst leidenschaftlich sparen, steigt das Geldvermögen von Rekord zu Rekord.

  • NĂ€chste Rekordmarke geknackt: Das Geldvermögen der Privathaushalte in Deutschland wĂ€chst seit Jahren stetig. (Symbolbild) - Foto: Monika Skolimowska/dpa
    NÀchste Rekordmarke geknackt: Das Geldvermögen der Privathaushalte in Deutschland wÀchst seit Jahren stetig. (Symbolbild) - Foto: Monika Skolimowska/dpa
  • Kursgewinne bei Aktien und Fonds haben vielen Menschen reicher gemacht. (Symbolbild) - Foto: Arne Dedert/dpa
    Kursgewinne bei Aktien und Fonds haben vielen Menschen reicher gemacht. (Symbolbild) - Foto: Arne Dedert/dpa
  • Viel Geld liegt auf SparbĂŒchern, Tages- oder Festgeldkonten. (Symbolbild) - Foto: Oliver Berg/dpa
    Viel Geld liegt auf SparbĂŒchern, Tages- oder Festgeldkonten. (Symbolbild) - Foto: Oliver Berg/dpa
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Etwas mehr als 10 Billionen Euro - diese unvorstellbare Rekordsumme, eine 1 mit 13 Nullen, nennen Deutschlands Privathaushalte ihr Eigen. Das Geldvermögen steigt seit Jahren, weil die Menschen hierzulande sparen wie die Weltmeister und trotz einer weit verbreiteten Börsenskepsis inzwischen zunehmend auch von steigenden Aktienkursen profitieren. 

Die DZ Bank geht in einer Hochrechnung davon aus, dass sich das nominale Geldvermögen im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um gut sechs Prozent oder knapp 600 Milliarden Euro auf 10,03 Billionen Euro erhöht hat. 

Volkswirt Michael Stappel, der die Zahlen fĂŒr das genossenschaftliche Spitzeninstitut halbjĂ€hrlich zusammentrĂ€gt, prognostiziert weiteres Wachstum fĂŒr 2026: Zwar sei mit geringeren Kursgewinnen an den Börsen zu rechnen und auch die Sparquote könnte etwas sinken. «Die absolute Ersparnis der privaten Haushalte bleibt aber auf Vorjahresniveau.» Unter diesen Annahmen dĂŒrfte das private Geldvermögen 2026 um gut fĂŒnf Prozent auf 10,5 Billionen Euro zulegen. 

Vergleichsweise hohe Sparquote 

Wirtschaftliche Unsicherheit, Sorge um den Arbeitsplatz und gestiegene Preise sorgen dafĂŒr, dass sich viele Menschen in Deutschland mit Anschaffungen zurĂŒckhalten und ihr Geld zusammenhalten. Zwar legten die BundesbĂŒrger nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2025 nicht mehr so viel Geld zurĂŒck wie ein Jahr zuvor. 

Dennoch blieb die Sparquote im ersten Halbjahr mit 10,3 Prozent - auch im internationalen Vergleich - hoch. Je 100 Euro verfĂŒgbarem Einkommen legten die Menschen also im Schnitt 10,30 Euro auf die hohe Kante. Monatlich entspricht dies einem Betrag von durchschnittlich knapp 270 Euro je Einwohner, wie das Bundesamt errechnet hat. 

FĂŒr das Gesamtjahr 2025 schĂ€tzt DZ-Bank-Ökonom Stappel die Sparquote auf Basis der Daten fĂŒr die ersten drei Quartale auf 10,4 Prozent. Das wĂ€re zwar niedriger als ein Jahr zuvor (11,2 Prozent), aber immer noch ĂŒberdurchschnittlich. 

Sparen oder Anlegen? 

Allerdings parken die Menschen in Deutschland traditionell viel Geld auf oft vergleichsweise gering verzinsten Tagesgeldkonten. Je nachdem, wie hoch die Inflation ist, verliert das Geld dort an Kaufkraft. Im vergangenen Jahr fiel die Verzinsung von Bankeinlagen niedriger aus als ein Jahr zuvor. 

Dagegen machen viele Anleger zum Beispiel in den USA mehr aus ihren Ersparnissen, wie andere Analysen zeigen: Dort wird mehr auf die AktienmÀrkte gesetzt. 

Wer hierzulande die Scheu vor der Börse abgelegt hat, konnte 2025 im dritten Jahr in Folge von krĂ€ftigen Kurssteigerungen profitieren. Nach Berechnungen der DZ Bank trugen WertzuwĂ€chse bei Aktien und Fonds mit 290 Milliarden Euro maßgeblich zum Vermögensaufbau der Privathaushalte bei. 

Geldvermögen ist ungleich verteilt 

Offizielle Zahlen zur Entwicklung der Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland im Schlussquartal 2025 werden Ende April von der Deutschen Bundesbank erwartet. Sowohl die Bundesbank als auch die DZ Bank berĂŒcksichtigen in ihren Analysen Bargeld und Bankeinlagen, Wertpapiere wie Aktien und Fonds sowie AnsprĂŒche gegenĂŒber Versicherungen. Immobilien werden nicht eingerechnet. 

Das gewaltige Geldvermögen in Deutschland ist nach frĂŒheren Angaben der Bundesbank ungleich verteilt. Etwa die HĂ€lfte entfĂ€llt auf die vermögendsten zehn Prozent: etwa vier Millionen Haushalte. Dort mehrt sich das Vermögen krĂ€ftiger, weil sie im Schnitt stĂ€rker in Aktien und Fonds investieren als Ă€rmere Haushalte. Am unteren Ende der Skala finden sich laut Bundesbank etwa 20 Millionen Haushalte, auf die nur acht Prozent des Geldvermögens entfĂ€llt.

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