DGUV-Reform, Sicherheitsregeln

DGUV-Reform: Neue Sicherheitsregeln fĂŒr Baubranche seit Januar

18.06.2026 - 19:35:54 | boerse-global.de

Trotz verschÀrfter DGUV-Vorschriften seit Januar 2026 fordern schwere ArbeitsunfÀlle in Hamburg und Wels Todesopfer und Verletzte.

Baubranche: Neue Sicherheitsregeln und tödliche UnfĂ€lle erschĂŒttern
DGUV-Reform - Ein Erste-Hilfe-Kasten und ein Schutzhelm auf einer Baustelle mit BaugerĂŒsten und Arbeitern im Hintergrund. 18.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Die Baubranche steht unter Druck: Neue DGUV-Vorschriften seit Januar 2026 sollen die Sicherheit verbessern – doch schwere UnfĂ€lle der letzten Tage zeigen eklatante MĂ€ngel.

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Neue Betreuungsregeln seit Jahresbeginn

Zum 1. Januar 2026 traten wesentliche Änderungen der DGUV Vorschrift 2 in Kraft. Die Schwellenwerte fĂŒr die vereinfachte Regelbetreuung und das Kompetenzzentrenmodell stiegen von 10 auf 20 BeschĂ€ftigte. Ziel: Kleinere Unternehmen von BĂŒrokratie entlasten, ohne die SicherheitsqualitĂ€t zu gefĂ€hrden.

Eine weitere Neuerung: BetriebsĂ€rzte und FachkrĂ€fte fĂŒr Arbeitssicherheit dĂŒrfen nun bis zu einem Drittel ihrer Leistungen digital erbringen. In AusnahmefĂ€llen sogar bis zur HĂ€lfte – vorausgesetzt, sie kennen die betrieblichen VerhĂ€ltnisse genau. Auch der Zugang zum Berufsbild wurde flexibilisiert: Neben Ingenieuren sind jetzt AbschlĂŒsse in Physik, Chemie, Biologie, Humanmedizin oder Arbeitspsychologie zugelassen, sofern entsprechende Fortbildungen vorliegen.

Tödliche UnfĂ€lle erschĂŒttern die Branche

Doch die neuen Regeln konnten schwere VorfÀlle nicht verhindern. Am 16. Juni erfasste ein Radlader auf einem BetriebsgelÀnde in Hamburg-Bahrenfeld einen 30-jÀhrigen Arbeiter tödlich. Die Polizei ermittelt zur Unfallursache.

Noch dramatischer: Am selben Tag stĂŒrzten in Wels zwei Arbeiter bei der Montage einer Photovoltaikanlage aus acht Metern Höhe – ohne Sicherheitsgurte. Nur einen Tag spĂ€ter verletzte sich ein 20-JĂ€hriger in Gmunden schwer, als brechende Holzlatten ihn vier Meter in die Tiefe rissen. In der Nacht zum 18. Juni kippte zudem ein Spezialbagger bei Gleisarbeiten in Bad Sobernheim um – der Fahrer blieb unverletzt.

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Hitzeschutz wird zur Pflicht

Neben der technischen Sicherheit rĂŒckt der Schutz vor WitterungseinflĂŒssen in den Fokus. Bei Temperaturen ĂŒber 30 Grad mahnen Gewerkschaften wie die GBH und die Schweizer Unia die Einhaltung gesetzlicher Maßnahmen an. Seit 2026 mĂŒssen Arbeitgeber HitzeschutzplĂ€ne erstellen und Trinkwasser sowie beschattete Pausenorte bereitstellen.

Bereits seit August 2025 gilt eine Technische Regel (A5.1): Ab einem UV-Index von 3 sind Schutzmaßnahmen wie UV-Kleidung mit Lichtschutzfaktor 50+ Pflicht. Die Berufsgenossenschaft Bau bezuschusst Funktionsshirts und KĂŒhlwesten. In der Schweiz fordern Gewerkschaften zudem verstĂ€rkte Kontrollen – ab 33 Grad sind stĂŒndliche Pausen von 15 Minuten zwingend.

Forschung fĂŒr die Baustelle von morgen

Um die Sicherheit langfristig zu erhöhen, setzen Unternehmen auf Qualifizierung und neue Technologien. Die Coreum Akademie trainierte im Juni rund 80 Mitarbeiter eines Bauunternehmens – mit Fokus auf Ladungssicherung, Wartung und Schadensvermeidung.

Parallel erforscht die TU Braunschweig das Zusammenspiel von Mensch und Maschine auf digitalen Baustellen. Ziel: Ein Werkzeug, das ProduktivitĂ€t und körperliche sowie mentale Belastung bei der Arbeit mit Technologien wie 3D-Betondruckern erfasst. Die Arbeitssicherheit soll so an die Anforderungen des „Bauen 5.0“ angepasst werden.

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