ROUNDUPUneinigkeit, Ukraine-Friedensgipfel

Nicht alle stimmen ErklÀrung zu

16.06.2024 - 15:23:26

Die AbschlusserklÀrung des Friedensgipfels in der Schweiz wird nicht von allen Teilnehmerstaaten mitgetragen.

Nach einer am Sonntag veröffentlichten Aufstellung der Schweizer Gastgeber wurde das Dokument am Sonntag nur von 80 der 93 Teilnehmerstaaten gebilligt.

In der ErklĂ€rung sprechen sich die Unterzeichner dafĂŒr aus, dass das von Russland besetzte Atomkraftwerk Saporischschja geschĂŒtzt wird und schon jede Drohung mit einem Einsatz von Atomwaffen zu verurteilen sei. Zudem setzen sich die 80 Staaten fĂŒr ungehinderte Getreideexporte aus der Ukraine ein, die gerade fĂŒr arme LĂ€nder etwa in Afrika von großer Wichtigkeit sind. Die GipfelerklĂ€rung macht sich auch fĂŒr den Austausch von Kriegsgefangenen stark und setzt sich fĂŒr die RĂŒckkehr von nach Russland verschleppten Kindern und anderen Zivilisten ein.

Unter den LĂ€ndern, die nicht zustimmten, sind danach sechs Staaten aus der G20-Gruppe der wichtigsten WirtschaftsmĂ€chte der Welt: Brasilien, Mexiko, Saudi-Arabien, SĂŒdafrika, Indien und Indonesien. Außerdem scherten Armenien, Bahrain, Thailand, Libyen und die Vereinigten Arabischen Emirate, Kolumbien und Vatikan aus.

LĂ€nder wie Brasilien, Indien, SĂŒdafrika und die Vereinigten Arabischen Emirate sind mit Russland in der sogenannten Brics-Gruppe zusammengeschlossen und pflegen trotz des Angriffs auf die Ukraine weiterhin ein freundschaftliches VerhĂ€ltnis zu Russland. Der Entwurf der AbschlusserklĂ€rung hatte darauf eigentlich schon RĂŒcksicht genommen. Russland wird darin nicht ausdrĂŒcklich fĂŒr seinen Angriff verurteilt.

Die ErklĂ€rung ruft stattdessen die Charta der Vereinten Nationen in Erinnerung. "Insbesondere bekrĂ€ftigen wir unser Bekenntnis zum Verzicht auf die Androhung oder Anwendung von Gewalt gegen die territoriale IntegritĂ€t oder politische UnabhĂ€ngigkeit eines Staates", heißt es in dem Text. Die GrundsĂ€tze der SouverĂ€nitĂ€t, UnabhĂ€ngigkeit und territorialen IntegritĂ€t aller Staaten innerhalb ihrer international anerkannten Grenzen mĂŒssten geachtet werden. Das schließe die Ukraine ein.

Zu einer Nachfolgekonferenz findet sich in der ErklĂ€rung keine klare Aussage. Die Unterzeichner sprechen sich aber dafĂŒr aus, Russland an kĂŒnftigen Beratungen zu beteiligen. "Wir glauben, dass die Einbeziehung und der Dialog zwischen allen Parteien notwendig ist, um Frieden zu schaffen", heißt es in dem Dokument. Ein Termin oder ein Ort fĂŒr einen nĂ€chsten Gipfel mit Russland werden aber nicht genannt.

@ dpa.de