EU plant vorerst keine Beteiligung an US-Angriffen auf Huthi-Miliz
19.01.2024 - 13:43:43 | dpa.deWie mehrere Diplomaten am Freitag in BrĂŒssel bestĂ€tigten, soll die Mission vorerst rein defensiv ausgerichtet werden. EuropĂ€ische Kriegsschiffe wĂŒrden demnach im Rahmen des EU-Einsatzes lediglich zum Schutz von Frachtschiffen in der Region eingesetzt werden. Der Waffengebrauch wĂ€re nur zur Abwehr von Angriffen auf Handelsschiffe oder zur Selbstverteidigung möglich.
Deutschland will sich nach Angaben aus Regierungskreisen mit der Fregatte "Hessen" an der MilitĂ€roperation beteiligen - vorausgesetzt, dass der Bundestag nach dem Abschluss der EU-Planungen ein entsprechendes Mandat erteilt. Das Schiff ist unter anderem mit Flugabwehrraketen vom Typ SM2 ausgerĂŒstet und wurde speziell fĂŒr den Geleitschutz und die Seeraumkontrolle konzipiert. Mit seinem Radar SMART-L kann es nach Angaben der Bundeswehr einen Luftraum von der GröĂe der gesamten Nordsee ĂŒberwachen.
EU-Einsatz soll im Februar starten
Der EU-MilitĂ€reinsatz soll nach den derzeitigen Planungen spĂ€testens bei einem AuĂenministertreffen im Februar beschlossen und dann sofort gestartet werden. Als möglicher Name fĂŒr die Mission ist das altgriechische Wort "Aspis" (Schutzschild) im GesprĂ€ch.
Ăber einen EU-Einsatz zur Sicherung der Handelsschifffahrt im Roten Meer wird bereits seit Wochen diskutiert. Hintergrund ist, dass dort seit dem Ausbruch des Gaza-Krieges zwischen Israel und der islamistischen Hamas immer wieder Schiffe von der Huthi-Miliz angegriffen werden, die ein Ende der israelischen Angriffe im Gazastreifen erzwingen will.
Angesicht der Gefahren meiden zunehmend groĂe Reedereien die kĂŒrzeste Verbindung auf dem Seeweg zwischen Asien und Europa durch das Rote Meer und den Suez-Kanal. Dies hat mittlerweile erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Die USA und GroĂbritannien haben deswegen zuletzt Ziele der militant-islamistischen Huthi im Jemen pro-aktiv angegriffen.
EU-Plan musste geÀndert werden
UrsprĂŒnglich war in der EU geplant gewesen, fĂŒr die UnterstĂŒtzung der US-Initiative einfach das Mandat der bereits existierenden Antipiraterie-Operation "Atalanta" im Indischen Ozean auszuweiten. Dieses Vorhaben scheiterte allerdings am Widerstand Spaniens, das derzeit die FĂŒhrungsnation bei der Operation "Atalanta" ist.
Als Grund fĂŒr das Veto galt ein Streit innerhalb der spanischen Regierungskoalition ĂŒber ein Mitwirken des Landes an MilitĂ€roperationen im Roten Meer. Vor allem Linke sympathisieren dort mit dem Anliegen, Israel zu einem Stopp der MilitĂ€raktionen im Gazastreifen zu bewegen.
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