Bahnverband warnt vor Folgen von Haushalts-PlĂ€nen fĂŒr die Bahn
02.08.2024 - 12:43:24 | dpa.de"Höheres Eigenkapital bedeutet auch höhere Trassenpreise", sagte der GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Allianz, Dirk Flege. Die Trassenpreise zur Nutzung des Bahnnetzes im Fern- und SchienengĂŒterverkehr sind bereits gestiegen, Folge könnten höhere Preise fĂŒr Bahnkunden sein.
Hintergrund sind BemĂŒhungen, milliardenschwere FinanzierungslĂŒcken im Bundeshaushalt 2025 zu schlieĂen. Aus dem Finanzministerium hieĂ es, zwei wissenschaftliche Bewertungen zu geplanten Vorhaben hĂ€tten ergeben, dass "weitere GesprĂ€che innerhalb der Bundesregierung sowie im Rahmen der parlamentarischen Beratungen notwendig" seien. Dabei geht es auch um eine PrĂŒfung, ob statt ZuschĂŒssen fĂŒr die Bahn kreditfinanzierte Darlehen möglich sind.
Der wissenschaftliche Beirat des Bundesfinanzministeriums sieht das kritisch, mit Blick auf die hohe Verschuldung der bundeseigenen Bahn. Der Beirat hĂ€lt es deshalb fĂŒr besser, das Eigenkapital zu erhöhen. Dem schloss sich das Finanzministerium an: Die Bahn solle eine zusĂ€tzliche Eigenkapitalspritze von bis zu 3,6 Milliarden Euro erhalten. Bisher ist 2025 eine Eigenkapitalerhöhung von rund 5,9 Milliarden Euro vorgesehen, damit soll die Bahn Investitionen zur Sanierung des maroden Schienennetzes vornehmen.
Flege sagte, höheres Eigenkapital fĂŒr die Bahn sei nur dann denkbar, wenn gleichzeitig höhere ZuschĂŒsse fĂŒr die Trassenpreise an die Branche gezahlt werden. "Denn die Belastungen fĂŒr die Schiene sind jetzt schon enorm, und wir mĂŒssen eine RĂŒckverlagerung von Personen- und GĂŒterverkehr auf die StraĂe unbedingt vermeiden. Der verlĂ€sslichere Weg wĂ€re es, einen Fonds fĂŒr die Schieneninfrastruktur zu schaffen - statt weiter mit Sonderwegen zu experimentieren."
Wenn Investitionen in die Infrastruktur aus Eigenkapital finanziert werden - und nicht wie sonst ĂŒblich aus direkten ZuschĂŒssen des Bundes, mĂŒssen Kosten fĂŒr die Abschreibung auf die Trassenpreise aufgeschlagen werden.
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