Trump und Musk in offener Konfrontation - Tesla-Aktie rutscht ab
05.06.2025 - 22:01:04Der Tech-MilliardĂ€r legte im Streit um ein von Trump vorangetriebenes Steuergesetz Kongressmitgliedern der Republikanischen Partei nahe, sich ihm und nicht dem US-PrĂ€sidenten anzuschlieĂen. "Trump hat noch dreieinhalb Jahre als PrĂ€sident - und mich wird es noch mehr als 40 Jahre geben", schrieb er als "DenkanstoĂ" fĂŒr die Parlamentarier bei seiner Online-Plattform X.
Trump gab danach jede ZurĂŒckhaltung gegenĂŒber Musks tagelanger Kritik auf. Der Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla US88160R1014 sei "verrĂŒckt geworden", schrieb Trump auf der Online-Plattform Truth Social. Auslöser sei gewesen, dass in dem Steuer- und Ausgabenplan die Subventionen fĂŒr Elektrofahrzeuge gekĂŒrzt worden seien.
Tesla-Aktie sackt nach Trump-Drohung ab
Zugleich drohte Trump mit finanziellen Konsequenzen fĂŒr Musks Unternehmen. "Der einfachste Weg, in unserem Haushalt Milliarden und Milliarden Dollar einzusparen, ist, Elons Regierungs-Subventionen und -VertrĂ€ge zu kĂŒndigen", schrieb der PrĂ€sident. Er habe sich schon immer gewundert, dass sein VorgĂ€nger Joe Biden das nicht getan habe. Die Tesla-Aktie verlor danach zeitweise fast 18 Prozent.
Zum ersten Mal behauptete Trump auch, er habe Musk gebeten, sich aus Washington zurĂŒckzuziehen. Bisher verwiesen beide auf eine Regel, nach der externe Regierungsmitarbeiter nur 130 Tage pro Jahr beschĂ€ftigt werden dĂŒrfen.
Musk holte danach noch einem aus: Er behauptete, Trumps Name finde sich in Unterlagen zum berĂŒchtigten SexualstraftĂ€ter Jeffrey Epstein. "Das ist der wahre Grund, warum sie nicht veröffentlicht wurden", schrieb er nach dem Satz: "Es ist an der Zeit, die wirklich groĂe Bombe zu werfen." Epstein starb 2019 in einer New Yorker GefĂ€ngniszelle. Vize-FBI-Direktor Dan Bongino bekrĂ€ftigte jĂŒngst die offizielle Version, dass Epstein Suizid beging. Trumps Justizministerium hatte im Februar einige Epstein-Unterlagen veröffentlicht.
"Ohne mich hÀtte Trump die Wahl verloren."
Musk hatte mehr als 250 Millionen Dollar fĂŒr Trumps Wahlkampf gespendet. AuĂerdem machte er persönlich Wahlkampf fĂŒr ihn unter anderem im wichtigen Bundesstaat Pennsylvania. Trump sagte nun, er hĂ€tte in Pennsylvania auch ohne Musk locker gewonnen - und scheint damit eskalierende Attacken des Tech-MilliardĂ€rs provoziert zu haben. "Ohne mich hĂ€tte Trump die Wahl verloren", behauptete Musk bei X. Und fĂŒgte hinzu: "So eine Undankbarkeit."
Zuvor hatte sich Trump zwar "enttĂ€uscht" ĂŒber Musk gezeigt, sich aber noch zurĂŒckhaltender geĂ€uĂert. "Elon und ich hatten ein groĂartiges VerhĂ€ltnis. Ich weiĂ nicht, ob wir das noch haben werden", sagte er vor Journalisten.
Tagelange Attacken Musks
Musk macht seit Tagen Stimmung gegen das von Trump vorangetriebene Steuer- und Ausgabengesetz und fordert mehr Kostensenkungen. Trump legte unterdessen nahe, dass Musk von geschĂ€ftlichen Interessen geleitet werde. Der Tech-MilliardĂ€r ist unter anderem Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla. Trump sagte, Musk habe kein Problem mit dem Gesetz gehabt - bis er erfahren habe, dass dazu eine KĂŒrzung milliardenschwerer Subventionen fĂŒr Elektrofahrzeuge gehöre.
Der PrĂ€sident wurde zu Musks Kampagne gegen das Gesetz zum ersten Mal bei einem Termin mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im WeiĂen Haus von Journalisten angesprochen.
Musk wurde zeitweise zu einem engen Vertrauten von Trump, der ihn mit der KĂŒrzung der Regierungsausgaben beauftragte. Ende Mai zog sich Musk dann wieder aus Washington zurĂŒck.

