Ampel, Aussetzen

Ampel hÀlt sich Aussetzen der Schuldenbremse weiter offen

19.01.2024 - 12:51:54

Die Ampel-Koalition hĂ€lt sich ein Aussetzen der Schuldenbremse in diesem Jahr fĂŒr eine eventuell notwendig werdende stĂ€rkere UnterstĂŒtzung der Ukraine weiter offen.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen dafĂŒr lĂ€gen nach seiner festen Überzeugung vor, sagte der SPD-Haushaltspolitiker Dennis Rohde am Freitag in der Bundespressekonferenz in Berlin. Ein Aussetzen wĂ€re nach Artikel 115 des Grundgesetzes bei Naturkatastrophen oder "außergewöhnlichen Notsituationen" möglich. Der am Donnerstag vom Haushaltsausschuss des Bundestags beschlossene Etat 2024 sieht vor, dass die Schuldenregel des Grundgesetzes eingehalten wird.

"Wenn Krieg in der Ukraine herrscht, dann kann das nie eine Normalsituation in diesem Land sein. (...) Ich finde, dass der ukrainische Freiheitskampf am Ende nicht an konservativer Betrachtung von Schuldenregeln scheitern darf", sagte Rohde. Die politischen Rahmenbedingungen hĂ€tten es jetzt ermöglicht, die Notsituation nicht feststellen zu mĂŒssen. Das sei eine politische Einigung, zu der aber auch gehöre, dass man darĂŒber wieder diskutieren werde, wenn es wesentliche VerĂ€nderungen gebe und die Ukraine noch stĂ€rker unterstĂŒtzt werden mĂŒsse.

Es gebe im Bundeshaushalt 2024 zum Teil "schmerzhafte Einsparungen", sagte der haushaltspolitische Sprecher der GrĂŒnen-Fraktion, Sven-Christian Kindler. Der Etat gebe aber soziale Sicherheit. "Es gibt keine Einschnitte beim Sozialstaat. Es gibt keine allgemeinen KĂŒrzungen beim BĂŒrgergeld." Der FDP-Haushaltspolitiker Otto Fricke, zeige sich erfreut, dass es gelungen sei, eine Steuerentlastung von 15 Milliarden Euro im Haushalt unterzubringen. Er verteidigte auch die KĂŒrzung des Bundeszuschusses an die Rentenversicherung. "Es wird keine einzige Rente durch diesen Haushalt gekĂŒrzt." Es gehe nur um die Reduzierung der RĂŒcklage bei der Rentenversicherung, die in dieser Höhe gar nicht vom Gesetz vorgesehen sei.

Der Haushaltsausschuss hatte am Donnerstagabend in der sogenannten Bereinigungssitzung den Etatentwurf fĂŒr 2024 beschlossen. Der Haushalt sieht Ausgaben von rund 476,8 Milliarden Euro und neue Kredite von rund 39 Milliarden vor. Die Schuldenbremse soll damit nach jahrelangen Ausnahmen wieder eingehalten werden. Bundestag und Bundesrat sollen Anfang Februar endgĂŒltig ĂŒber den Haushalt 2024 entscheiden.

@ dpa.de